Mit Umfrage : Zahl der Einbrüche in SH geht weiter zurück

In fast allen Bundesländern haben sich die Einbrüche reduziert. /Archiv
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In fast allen Bundesländern haben sich die Einbrüche reduziert. /Archiv

Ein Drittel weniger Straftaten wurden registriert. Die Bürger sichern ihre Häuser besser.

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30. März 2017, 19:15 Uhr

Die dunkle Jahreszeit endet – und mit ihr die Saison für Einbrecher. Zum Abschluss gibt es für Schleswig-Holstein noch einmal gute Nachrichten: Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich weiter deutlich reduziert.

Im Januar gab es 714 registrierte Taten, das sind 280 weniger als im Vorjahresmonat (minus 28 Prozent). Erfolgreich davon waren lediglich 446 Einbrüche, bei den anderen blieb es beim Versuch. Auch hier zeigt sich eine Verbesserung im Vergleich zum Januar des Vorjahres, in dem noch über 150 Taten mehr gelangen. Im Februar verzeichnete die Polizei dann 552 Wohnungseinbrüche, 174 weniger als im Februar davor (minus 24 Prozent). Erfolgreich waren davon nur 358, das sind 74 weniger als im gleichen Zeitraum 2015. Der positive Trend soll sich auch im März fortsetzen, für den noch keine Zahlen öffentlich sind.

Fast ein Jahrzehnt lang ist die Zahl der Wohnungseinbrüche kontinuierlich gestiegen. Besonders groß war der Sprung 2015. Jetzt dreht sich die Entwicklung sichtbar ins Positive. Innenminister Stefan Studt (SPD) sieht eine „klare Trendwende“, erklärte gestern: „Unser polizeiliches Konzept zur Bekämpfung dieses Delikts trägt Früchte.“

 

Auffällig aber ist: In nahezu allen Bundesländern haben sich die Einbrüche reduziert. Sogar im kriminalitätsgeplagten Berlin sank sie vergangenes Jahr um 2,6 Prozent. In Schleswig-Holstein waren es 8,8 Prozent, in Hamburg 16,6 Prozent. Und Nordrhein-Westfalen, das Land mit der höchsten Zahl an Einbrüchen konnte für 2016 einen stolzen Rückgang von 10  000 Fällen (minus 15,7 Prozent) vermelden.

Ist die vermeintliche Trendumkehr vielleicht einfach eine natürliche Schwankung? Patrick Tiede, Sprecher im Kieler Innenministerin, widerspricht: „Die Polizeien aller Länder haben ihre Anstrengungen zur Bekämpfung mobiler Einbrecherbanden intensiviert. Was wir sehen, ist ein gemeinsamer Erfolg.“ Außerdem mache sich die Wirkung der verstärkten Präventionsarbeit der Polizei bemerkbar, die dazu führe, dass die Bürger ihre Häuser besser sicherten und Nachbarn aufmerksamer seien.

Beim Spitzentreffen der Großen Koalition im Berliner Kanzleramt haben sich CDU und SPD am späten Mittwochabend auf eine Strafrechtsverschärfung für Einbrecher geeinigt. Sie sieht vor, Einbrüche in dauerhaft privat genutzte Wohnungen als Verbrechen einzustufen, gleichgestellt mit Raub. Das soll verhindern, dass Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt werden können. Die Union setzte sich mit ihrer Forderung von einer Mindeststrafe von einem Jahr durch. „Das ist grundsätzlich zu begrüßen“, sagte Studt, „denn es muss alles dafür getan werden, damit die Menschen sich in den eigenen vier Wänden sicher fühlen können.“



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