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Joachim Herrmann bei „Hart aber Fair“ : „Wunderbarer Neger“: Warum der CSU-Politiker Roberto Blanco so nannte

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In einer Diskussion über Flüchtlinge fallen rassistische Äußerungen. Die Reaktionen in sozialen Netzwerken folgen prompt.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2015 | 14:04 Uhr

Berlin  | Nächster Eklat in der Show von Frank Plasberg: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ den Sänger Roberto Blanco als „wunderbaren Neger“ bezeichnet. Kritiker werfen ihm Rassismus vor. Am Dienstagmorgen versucht er, seine Äußerung zu erklären.

Kurzer Rückblick: In der Talkshow von Frank Plasberg diskutierten die Gäste am Montagabend über das Thema Flüchtlinge. Als „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz Erfolgsgeschichten von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Beim FC Bayern spielten auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit, und das fänden die Fans von FC Bayern auch gut, fügte er hinzu. Moderator Plasberg entfährt ein überraschtes „Holla“. Denn die Bezeichnung „Neger“ gilt als Schimpfwort sowie rassistische Bezeichnung.

Um diese Szene geht es:

Am Dienstag nach der Sendung erläutert Hermann in einem Fernseh-Interview, warum er „Neger“ gesagt hat.

Herrmann erklärt: „In einem Einspieler wurde ein Bürger, der offensichtlich aus Bayern stammte, im Satz gezeigt, er will keine Neger in Bayern haben.“ Darauf habe er spontan das gleiche Wort benutzt, sonst würde er das nicht tun. Eigentlich habe er sagen wollen, es gibt wunderbare Menschen mit anderer Hautfarbe in unserem Land.

Blanco, der 1982 durch Franz Josef Strauß zum Ehrenmitglied der CSU gekürt worden war, äußerte sich nur kurz zu dem Fauxpas des bayerischen Ministers: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat“, sagte der 78-Jährige. „Schlauer wäre hingegen gewesen, wenn er nicht das Wort Neger genutzt hätte, sondern Farbiger.“

In den sozialen Netzwerken erntet Hermann allerdings einen Shitstorm:

Hier gibt es die ganze Hart-aber-Fair-Sendung zum Nachschauen.

Erst vor knapp zwei Wochen war „Hart aber Fair“ in die Kritik geraten, weil die Sendung „Nieder mit den Ampelmännchen - Deutschland im Gleichheitswahn“ wegen Sexismus-Verdachts aus der Mediathek gelöscht worden war. Die Talkshow sei „von Frauenverbänden und Gleichstellungsbeauftragten als unseriös empfunden worden und hatte zu Programmbeschwerden und zahlreichen Protestbriefen geführt“, hatte der WDR erklärt. Am Montag korrigierte der WDR die Entscheidung. Die Löschung sei ein Fehler gewesen, räumte Fernsehdirektor Jörg Schönenborn ein.

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