zur Navigation springen

Wunder gibt es immer wieder . . .

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Das Gute und das Schlechte gehen zuweilen Arm in Arm. Zu Recht wird ständig über die Verschmutzung der Meere geklagt. Plastikmüll gefährdet Pflanzen und Fische, Öllachen verpesten Strände und töten Seevögel. Und nun hat endlich einmal ein Stück Abfall etwas Gutes bewirkt. An der Küste Taiwans wurde ein Mann beim Fischfang von einer Welle erfasst, ins Meer gezogen und wäre jämmerlich ertrunken, wäre nicht ein Sargdeckel vorbeigetrieben, an dem sich der Nichtschwimmer 60 Stunden festklammerte und schließlich gerettet wurde.

In der ganzen Welt wurde über die wundersame Rettung des Tseng Lien-Ga (42) berichtet. Nun tut man gut daran, Wunder nicht zu hinterfragen, sondern sie einfach zu glauben. Im vorliegenden Fall aber bleiben leider viele Fragen offen. Eine lautet: Wie kommt ein Sargdeckel aufs Meer? Gewiss nicht von einer Seebestattung. Von seinen Rettern ist der Gerettete gefragt worden, woher er stamme, wie es zu dem Unglück gekommen sei. Das hat er ordnungsgemäß geschildert. Aber wie gerne hätte man erfahren, was der Fischer während der 60 Stunden auf dem Sargdeckel wohl gedacht hat. Wirklich nur, wie er verriet, dass ihn möglichst bald ein Schiff entdecke? Naheliegender ist, dass er sich gefragt hat, wer wohl einst unterhalb des Deckels gelegen hat. Vielleicht hat er sich auch gewünscht, das Erdmöbel sei noch unbenutzt gewesen. Leider kann man den wundersam Geretteten auch nicht fragen, ob er sich den Deckel aufbewahrt. Für später, wenn er ihn für seinen ursprünglichen Verwendungszweck benötigt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen