Wozu noch Cent-Münzen?

shz.de von
02. November 2014, 13:34 Uhr

Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert. Mit dem zweisilbigen Pfennig lief der Reim besser, aber die Volksweisheit stimmt dennoch. Ginge es nach der EU-Kommission, dann würden die kupfernen Pfennig-Nachfolger aus dem Verkehr gezogen. Nicht, weil sie das Portemonnaie überfüllen, sondern weil ihre Herstellung zu teuer ist. Ein weiteres ökonomisches Argument für die Kommissare: Ohne Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen könnte in den Geschäften viel Zeit, also noch einmal Geld gespart werden; denn viele Minuten werden an der Kasse dadurch vergeudet, dass der Kunde versichert: „Augenblick, ich hab’s passend“ und dann in den Tiefen des Geldbeutels verzweifelt den Einer vom Zweier und Fünfer zu unterscheiden versucht. Doch so wie es aussieht, werden die Kupfermünzen überleben. Mag die Geldnoten-Lobby mit ihren Ultras, den Bargeldloszahlern, auch rufen „Schluss mit dem Unsinn“, die Deutschen wollen auf ihre Kupferstücke nicht verzichten. Die Bundesbank hat – wie auch immer – ermittelt, dass jeder Einwohner im Schnitt 175 Ein- und Zwei-Cent-Münzen besitzt. Bitte nachzählen!

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