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Wir richten uns nicht nach den Irren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Terroranschlag und die Folgen

Es gibt so viele Möglichkeiten, auf absurde, bösartige, widerwärtige Verbrechen zu reagieren. Die erste menschliche Reaktion ist vermutlich Wut: „Wenn ich den zu fassen bekäme!“ Die zweite Reaktion ist schon reflektierter: „Wie erkennen wir solche Typen?“ Die dritte Reaktion sollte dann aber bitteschön sein: „Wie können wir vernünftig darüber sprechen, wie ein solches Verbrechen zu verhindern ist?“

Es plapperten gestern allerlei Politiker über Dinge, von denen sie erstens nicht unbedingt viel verstehen und deren Sachverhalt überhaupt nicht gesichert ist. Gesichert ist eigentlich nur, dass es eine Amokfahrt und einen Mord im Fahrerhaus eines Lastwagens gab und dass die Polizei fieberhaft nach dem Fahrer sucht. Übrigens, aber das nur als Nebenbemerkung, eine ziemliche Peinlichkeit, denn jede Fahrerflucht wird auf dem platten Land offenkundig massiver verfolgt als in der Bundeshauptstadt.

Überhaupt nichts ist also gesichert im Moment, und daher sind Wortmeldungen von der CSU oder der AfD auch einfach Zeichen von mangelndem Verantwortungsbewusstsein: Die Menschen haben ein Recht auf Auskunft. Dann muss diese aber auch belastbar und beweisbar sein und darf nicht auf politischen Nahkämpfen beruhen, wie sie die AfD derzeit ausficht oder ein CSU-Chef, der weiß, dass er nicht mehr lange CSU-Chef sein wird.

Ob der Täter von Berlin ein Flüchtling war oder nicht, ist schon jetzt komplett irrelevant. Die schlimmsten Terroranschläge in Deutschland kamen von der RAF und der NSU, beides genetisch deutsche Veranstaltungen. Ein Islamist kann sehr wohl ein genetisch Deutscher sein, wie uns die Sauerlandgruppe, aber auch viele andere polizeibekannte Menschen lehren. Sicherheit hat also nichts mit Hautfarbe oder Flüchtlingspolitik zu tun. Sie hängt an guter Geheimdienst- und Polizeiarbeit. Darauf sollten wir uns jetzt konzentrieren. Und aufpassen, dass wir der Vernunft und nicht der Logik der Irren folgen.

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