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Politik

20. Oktober 2017 | 01:56 Uhr

Wie ein König

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2014 | 12:03 Uhr

Die Uhren gehen in Bayern zwar nicht anders, aber ansonsten passieren dort unten allerlei Kuriositäten. Und da die Steigerung von Bayern Oberbayern ist, erfährt auch das Sonderbare noch einmal eine größere Dimension. Man kann sich vorstellen, wie sich die Menschen in Miesbach darüber amüsieren, wenn ein Gericht seit Monaten darüber berät, ob ein ehemaliges Staatsoberhaupt beim Oktoberfest für jämmerliche 700 Euro gesponsert wurde. So viel verprasst der eigene Landrat mit einem Spezi bei der Brotzeit. Und wenn ein paar Leute mehr kommen, wird es natürlich etwas teurer. 120 000 Euro sind es geworden, als der Kreidl Jakob seinen 60. Geburtstag feierte. Gut, da waren immerhin 350 Gäste erschienen, und wenn man die Endabrechnung durch die Köpfe teilt, dann hat jeder für gut 340 Euro im Schlierseer Bauernhofmuseum gegessen und getrunken. Was dem Gastgeber egal sein dürfte, denn er hat dafür nur 7600 Euro aus der eigenen Tasche bezahlt, den Rest spendierten der Landkreis und die Kreissparkasse. Unrechtsbewusstsein für die teure Sause ist nicht erkennbar, was daran liegt, dass der Landrat Kreidl in Miesbach noch als echter Herrscher gilt, dem das Volk kleine Sünden verzeiht. Etwa die 1500 Euro, die er als Landtagsabgeordneter monatlich seiner Frau zukommen ließ. Damit ist es jedoch vorbei. Verloren ist auch der Doktortitel, weil die Dissertation eher eine Abschrift war. Jenseits von Oberbayern wäre ein derartiger Dauersünder geschasst worden, der Kreidl Jakob tritt bei der bevorstehenden Kommunalwahl jedoch wieder an.

Es soll in Miesbach aber auch schon unzufriedene CSU-Wähler geben.

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