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Landtagswahlen : Wer heute in Kiel zittern muss

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dieser Sonntag ist der Superwahltag. In den Berliner Parteizentralen sind die Nerven gespannt - und auch in Schleswig-Holstein wird mitgezittert.

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erstellt am 13.Mär.2016 | 11:36 Uhr

Hochspannung in den Berliner Parteizentralen: Schaffen Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Grünen im christdemokratischen Stammland Baden-Württemberg die politische Sensation und ziehen an Herausforderer Guido Wolf und der CDU vorbei? Kann in Rheinland-Pfalz Unions-Spitzenkandidatin Julia Klöckner ihren knappen Vorsprung vor SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer behaupten? Und: Überholt die AfD in Sachsen-Anhalt gar die Sozialdemokraten? Doch nicht nur in der Bundeshauptstadt sind die Nerven bis zum Zerreißen angespannt – auch in Schleswig-Holstein wird mitgezittert. Schleswig-Holstein am Sonntag zeigt, für wen die Ergebnisse der drei Landtagswahlen besonders wichtig sind.

Wolfgang Kubicki

Der Vorzeige-Liberale will mit der Nord-FDP sowohl bei der Landtags- am 7. Mai wie bei der Bundestagswahl 2017 erfolgreich sein. In Schleswig-Holstein gilt ein Wiedereinzug in den Landtag als wahrscheinlich, die drei Landtagswahlen dürften ein deutlicher Fingerzeig für die Chancen auf Bundesebene werden. Schafft es die FDP im Bund, geht Wolfgang Kubicki nach Berlin, in Kiel gilt Landeschef Heiner Garg als möglicher Nachfolger.

Ralf Stegner

Der Chef der Nord-SPD will nach Ostern bekannt geben, ob er wieder für den Landtag kandidiert oder in die Bundespolitik wechselt. Zwar mehren sich die Zeichen, dass der 56-Jährige in Kiel bleibt, doch der Verkündungstermin erst zwei Wochen nach den Landtagswahlen lässt für Spekulationen Freiraum. Tritt das von der Bundes-SPD durchgespielte „Horrorszenario“ komplett ein (Verlust der Macht in Mainz, Verlust der Regierungsbeteiligungen in Magdeburg und Stuttgart und dazu auch noch von der AfD übertrumpft werden), dürfte dies bei den Sozialdemokraten zu heftigen Eruptionen führen. Sigmar Gabriel wäre massiv geschwächt – ob der bekennende Partei-Linke Ralf Stegner dadurch einen größeren Einfluss in Berlin gewinnt, bleibt allerdings abzuwarten.

Robert Habeck

Der 46-Jährige will für die Grünen als Spitzenkandidat der Bundespartei antreten und muss sich dafür wahrscheinlich gegen Parteichef Cem Özdemir durchsetzen. Verlieren die Öko-Kämpfer in den drei Ländern – was nach der Drogenaffäre des streitbaren, bundesweit bekannten Bundestagsabgeordneten Volker Beck nicht unwahrscheinlich ist, könnte dies parteiintern auch dem bisherigen Spitzenpersonal angelastet werden und die Chancen für Robert Habeck zumindest nicht verschlechtern.
 

Ingbert Liebing

Der Spitzenkandidat der Nord-CDU hat gerade im Land relativ wenig Schwein: Kandidatenaffäre um den Klö-Kux-Clan, die Diskussion um Pluralität in öffentlichen Kantinen – um die selbstbewusst angekündigte 40-Prozent-Hürde 2017 zu überspringen, braucht Ingbert Liebing massive Unterstützung durch den Bundestrend. Und: Scheitert der 52-Jährige im kommenden Jahr, werden ihm die Christdemokraten in Schleswig-Holstein kaum eine zweite Chance einräumen, zumal in Teilen der Partei schon heute Landtagsfraktionschef Daniel Günther als der bessere Spitzenmann gilt.

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