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Politik

15. Dezember 2017 | 11:51 Uhr

Wenn Rost am Atommüll nagt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

...gehen für die Politik rote Lichter an

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 18:13 Uhr

Der Rost, der an den Atommüllfässern in Brunsbüttel nagt, muss alle Kernkraft-Befürworter rot werden lassen. Zeigt er doch, dass es nie ein ausgereiftes Konzept für die Lagerung von Atommüll gegeben hat. So werden die Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Betriebsabfällen seit Jahrzehnten in einem Provisorium gelagert. Fachgerecht ist das nicht; andernfalls wäre ein Endlager überflüssig. Aber dafür wird schließlich Schacht Konrad im stillgelegten Eisenerz-Bergwerk in Salzgitter mit Milliardenaufwand hergerichtet. Weil sich die Sanierung noch bis mindestens 2021 verzögern wird, müssen die Atommüll-Inspektoren ganz tapfer sein: Rost lässt sich auch von einer sogenannten Bauwerksprüfung nicht beeindrucken, der das Lager in Brunsbüttel unterzogen worden ist.

Die Sache kommt einem bekannt vor: Im Salzbergwerk Asse wurde mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ausgeschlossen, dass Wasser in den Schacht eindringt. Doch das Wasser hat sich ebenso wie der Rost nicht an das Experten-Urteil gehalten. Nun müssen die in Asse II eingelagerten radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden. Geschätzte Kosten: über vier Milliarden Euro.

Wer sarkastisch ist, könnte darauf verweisen, dass eine Rückhol-Aktion der Rostfässer aus den acht Meter tiefen Betonkavernen in Brunsbüttel viel günstiger kommt. Und bitte keine Panik: Von den Fässern soll keine Strahlung ausgehen. Hoffentlich hält sich das Spaltmaterial so lange dran, bis die Endlagerung von Atommüll geklärt ist. Die Bundesregierung ging übrigens bei der Verabschiedung des Endlagersuchgesetzes 2013 davon aus, dass bis 2030 eine dauerhafte Deponie gefunden ist. Bis dahin: Rostbekämpfer an die Front.

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