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Ukraine-Krise : Washington: Waffenlieferungen an Kiew möglich

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Viele Separatisten-Angriffe in den letzten Wochen: Die USA denken nun doch über Waffenlieferungen an die Ukraine nach.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 10:38 Uhr

Washington | Ranghohe Vertreter aus US-Militär und Regierung, unter ihnen auch Nato-Oberbefehlshaber General Philip M. Breedlove, zeigen sich aufgeschlossen gegenüber Waffenlieferungen, berichtet die „New York Times“. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat bisher keine Entscheidung dazu getroffen. Nach einer Reihe von Angriffen der Separatisten gegen die ukrainische Armee  in den letzten Wochen steht das Thema Waffenlieferung in Washington wieder zur Diskussion.

Ein Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk brachte kein Ergebnis. Ein bereits im September vereinbarter Friedensplan ist nicht umgesetzt worden. Während Russland die Separatisten mit militärischem Material unterstützt, hofft die Ukraine noch auf Lieferungen aus dem Westen.

Ein unabhängiger Bericht werde der Regierung in Washington an diesem Montag empfehlen, der Ukraine bei ihrem Kampf gegen prorussische Separatisten Defensivwaffen und Ausrüstung im Wert von drei Milliarden Dollar (2,65 Milliarden Euro) zur Verfügung zu stellen, darunter Panzerabwehrraketen, Aufklärungsdrohnen und Humvee-Jeeps.

Erarbeitet haben den Bericht acht frühere ranghohe US-Regierungsmitarbeiter und Militärs. Außenminister John Kerry, der am Donnerstag nach Kiew reisen will, sei ebenso wie Generalstabschef Martin Dempsey offen für eine Diskussion über Waffenlieferungen, berichtete die Zeitung weiter.

In Russland befürchten einer Umfrage zufolge immer mehr Menschen eine weitere Eskalation des Konflikts. Die Zahl derer, die einen offenen Krieg zwischen Russland und der Ukraine für „ziemlich wahrscheinlich“ halten, sei innerhalb von drei Monaten von 17 auf 26 Prozent gestiegen, teilte das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom mit. Zehn Prozent der etwa 1600 Befragten sagten gar, in ihren Augen sei ein solcher Bruderkrieg bereits im Gange.

Nach gescheiterten Friedensgesprächen sind bei Gefechten in der Ostukraine nach Angaben der Konfliktparteien mindestens 25 Menschen getötet worden. In den Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk starben demnach mindestens 13 Zivilisten, etwa 50 Menschen wurden verletzt. Die prorussischen Aufständischen gaben ukrainischen Regierungseinheiten die Schuld, unabhängige Berichte lagen zunächst nicht vor.

Separatistensprecher Eduard Bassurin berichtete von etwa sieben Toten und 23 Verletzten in den eigenen Reihen. Ein Militärsprecher teilte in Kiew mit, bei den Kämpfen seien auch mindestens fünf Soldaten getötet und 29 verletzt worden.

Separatistenführer Alexander Sachartschenko kündigte eine Mobilmachung im Donbass an. In der kommenden Woche sollen 100. 000 neue Kämpfer bewaffnet werden, sagte er in Donezk.

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