Krieg, Terror und Katastrophen : Was tun im Krieg? Schweden verschickt Post an seine Bürger

<p>Essen, Wasser, Gasmaske bereithalten – die schwedische Regierung sorgt sich um die Sicherheit im Land und belehrt seine Bürger für den Fall des Krieges.</p>

Essen, Wasser, Gasmaske bereithalten – die schwedische Regierung sorgt sich um die Sicherheit im Land und belehrt seine Bürger für den Fall des Krieges.

Die Anleitung zum Verhalten im Fall von Krieg, Terror und Katastrophen wird an alle schwedischen Haushalte verschickt.

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17. Januar 2018, 14:05 Uhr

Stockholm | Was tun, wenn Krieg ausbricht? Für die meisten Westeuropäer eher eine theoretische Frage, doch die schwedische Regierung sieht bei dem Thema offenbar Handlungsbedarf. Ende Mai erhält jeder Schwede per Post eine Anleitung, wie er sich am besten verhält, wenn es Bomben regnet und Panzer rollt.

Zuletzt verteilte Schweden derartige Texte während der Zeit des Kalten Krieges. Mit dessen Ende 1991 war es auch mit der Kriegspost vorbei. Nun sieht die schwedische Regierung erneut eine wachsende Notwendigkeit, dass Menschen wissen, „wie man sich auf eine Kriegsgefahr vorbereitet“, so Christina Andersson, Sprecherin der Swedish Civil Contingencies Agency (MSB, zu Deutsch etwa: „Schwedische Behörde für zivile Gefahren“).

Die MSB ist zuständig für die Erstellung der Anleitung, die neben dem Krieg auch auf Terrorangriffe und Naturkatastrophen vorbereiten soll: Was muss ich bei der Versorgung mit Essen, Wasser, Wärme und Kommunikation beachten, „wenn das Alltagsleben auf den Kopf gestellt wird“?, so Andersson. Wie verhalte ich mich in einem Luftschutzbunker? Was nehme ich mit, wenn ich fliehen muss (Identifikationspapiere, Kleidung, Gasmaske)? Die etwa 4,7 Millionen schwedischen Haushalte erfahren auch, wie die Regierung auf derartige Krisen reagieren wird und wie mit Falschinformationen und Propaganda umzugehen ist.

2017 führte Schweden die Wehrpflicht wieder ein, die erst 2010 abgeschafft wurde. Jedes Jahr sollen so rund 4000 Nachwuchssoldaten eingezogen werden. Schweden sieht sich zu dem Schritt veranlasst durch die angespannte Lage im Baltikum und Russlands militärisches Verhalten in der Region.

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