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Nach #lastnightinsweden : Was hinter Donald Trumps Lieblingssender Fox News steckt

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Der US-Präsident schimpft über die Medien, nur über den Sender Fox News nicht, der bekommt Lob. shz.de erklärt warum.

Donald Trump hasst die Medien. Seine Attacken gegen die in seinen Augen Fake-News-Verbreiter werden immer häufiger. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag holte er mal wieder zum Rundumschlag aus, nur einen Tag später legte er nach und bezeichnete die New York Times, NBC News, ABC, CBS und CNN auf Twitter als „Feinde des amerikanischen Volkes“.

 

Nur einem Sender scheint der US-Präsident nicht voller Abneigung gegenüber zu stehen: Fox News. Seine Zuneigung geht sogar soweit, dass sich der mächtigste Mann dazu hinreißen ließ, auf Twitter von einem Terror-Vorfall am Freitagabend zu faseln, weil er zuvor in der Fox News-Sendung „Tucker Carlson Tonight“ ein Interview gesehen hatte, in dem sich der Dokumtarfilmer Ami Horowitz zu Problemen mit Einwanderung in Schweden äußerte. Einen Terrorvorfall gab es jedoch nicht. Warum vertraut Donald Trump Fox News, und was macht den Sender aus? shz.de mit einem Überblick.

Wie viele Zuschauer hat Fox News?

Fox News ist ein 24-Stunden-Nachrichtenkanal. Das Angebot besteht aus Nachrichten- und Meinungssendungen sowie politischen Talkshows. Pro Tag schalten etwa 1,35 Millionen Zuschauer das Programm ein, teilte der Sender im November mit. Damit erreichte Fox News die Spitzenmarke in den USA mit den meisten Fernsehzuschauern.

Wer steht hinter Fox News?

<p>Der ehemalige Fox-News-Chef Roger Ailes.</p>

Der ehemalige Fox-News-Chef Roger Ailes.

Foto: dpa
 

Fox News Channel (abgekürzt Fox News) wurde 1996 gegründet und gehört zum Medienimperium 21st Century Fox, das unter Leitung von Rupert Murdoch steht. Erster Chef des Senders war der ehemalige republikanische Berater und Ex-NBC-Mitarbeiter Roger Ailes. Er musste seinen Posten allerdings im vergangenen Jahr räumen, nachdem Mitarbeiterinnen ihn der sexuellen Belästigung bezichtigt hatten.

Wie ist der Sender politisch einzuordnen?

Zwar betonen die Macher parteiliche Unabhängigkeit, doch Beobachter ordnen die Färbung der Beiträge des CNN-Konkurrenten eher dem konservativen und republikanischen Spektrum zu. Das Angebot spreche damit auch die politische Rechte an. Fox News hält dem entgegen, dass man nicht Partei für die Rechten ergreife, sondern alle anderen Medien in den USA zu links eingestellt seien. Die Zuschauer selbst widersprachen in einer Studie des Rasmussen Reports beiden Darstellungen. Die meisten Befragten sahen weder eine konservative noch linke Voreingenommheit, der Sender erreichte von allen Angeboten sogar den höchsten Prozentwert bei der Unvoreingenommenheit. Der Kanal gilt Beobachtern dennoch als ein Nachrichtenangebot, das dezidiert parteiisch berichte.

Der Film Outfoxed setzte sich mit der tendenziösen Berichterstattung zugunsten der Politik des rechten Flügels der US-Republikaner auseinander. Ehemalige Mitarbeiter berichteten darin von Anweisungen, Republikaner positiv und Demokraten negativ darzustellen, der Sender wies die Anschuldigungen zurück.

Welche Verbindungen gibt es zwischen Fox News und den Republikanern?

Für Fox News arbeitete bereits die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin von 2008 und ehemalige Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin. Sie erhielt im Januar 2010 einen langfristigen Vertrag als Kommentatorin. Auch Mike Huckabee, ehemaliger Gouverneur von Arkansas und Bewerber für die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2008 und 2016, moderierte schon eine Wochenendshow auf Fox News. Zudem war der heutige republikanische Gouverneur von Ohio und Bewerber für die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2000 und 2016, John Kasich, Moderator eine Sendung.

Auch der Ex-Chef der EU-kritischen Ukip-Partei aus Großbritannien, Nigel Farage, wurde politischer Kommentator bei Fox News. Er gilt als Anhänger und Bewunderer von US-Präsident Trump. Farage sei für „politische Analysen“ bei Fox News und dem Fox Business Network engagiert worden, erklärte der Medienkonzern zu Farages neuem Job, das war ein Tag vor Trumps Amtseinführung.

Ist Fox News auch kritisch gegenüber den Republikanern?

Trump lobte Fox News bei seiner Pressekonferenz, als er die übrigen Medien in einer nie da gewesenen Art und Weise rügte. Allerdings zeigte sich Nachrichtensprecher Shepard Smith von Fox News erbost über die Medienschelte des Präsidenten. Es sei „absolut verrückt“, was von Trump Tag für Tag zu sehen sei, sagte er am Donnerstag in seiner Sendung. „Ihre Opposition wird gehackt und die Russen sind dafür verantwortlich, und Ihre Leute haben am selben Tag, als das passiert, mit Russland telefoniert, und wir sind Deppen, weil wir Fragen stellen?“, sagte Smith in die Kamera. „Nein, Sir, wir sind keine Deppen, weil wir diese Fragen stellen.“ Trump schulde den Amerikanern eine Antwort.

(Mit Material von dpa)

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erstellt am 20.Feb.2017 | 16:25 Uhr

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