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Vorwahlen in zwölf US-Bundesstaaten : Was der „Super-Tuesday“ für den Präsidentschaftswahlkampf bedeutet

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Aus der Onlineredaktion

Wer setzt sich ab, wer scheidet aus? Bei der Nominierung für die US-Präsidentschaft könnte es Vorentscheidungen geben.

Die Vorwahlen am „Super-Tuesday“ könnten den Präsidentschaftswahlkampf in eine entscheidende Richtung lenken. Die Republikaner wählen in zwölf US-Bundesstaaten, die Demokraten in elf. Es wird eine besonders hohe Anzahl Delegierter vergeben. Hillary Clinton und Donald Trump gehen als haushohe Favoriten ins Rennen. Eng könnte es für Clintons ärgsten Verfolger Bernie Sanders werden. Er muss mindestens in fünf Staaten gewinnen, gilt aber nur in einem als Favorit. Der Republikaner Marco Rubio braucht unbedingt einen Erfolg, sonst müsste auch er sich aus dem Vorwahlkampf verabschieden. shz.de klärt die wichtigsten Fragen rund um den „Super-Tuesday“. Verfolgen Sie die Ereignisse außerdem hier im Liveticker.

Nach den ersten Vorwahlergebnissen wären Hillary Clinton und Donald Trump die Präsidentschaftskandidaten ihrer Parteien. Am „Super-Tuesday“ entscheidet sich, ob ihnen noch jemand gefährlich werden kann - oder welche Kontrahenten endgültig aus dem Rennen um den Einzug ins Weiße Haus ausscheiden müssen.

Mit ersten Ergebnissen ist nach deutscher Zeit ab etwa 1 Uhr am Mittwochmorgen auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen zu rechnen. Unterschiedliche Zeitzonen und Wahlverfahren führen dazu, dass sich die Bekanntgabe von Ergebnissen über Stunden hinziehen wird. Der „Super-Tuesday“ könnte für den Nominierungsprozess durchaus entscheidend sein, eine endgültige Klärung ist aber nicht möglich. An keinem anderen Tag im gesamten Wahljahr werden an einem Tag so viele Delegierte vergeben.

Wo wird gewählt?

Die ersten vier Vorwahlen in einzelnen US-Bundesstaaten sind gelaufen, nun dehnt sich das Nominierungsrennen zu einer landesweiten Angelegenheit aus. Am Super-Tuesday wird in den US-Bundesstaaten Alabama, Alaska (nur Republikaner), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia und im US-Außengebiet Samoa (nur Demokraten) gewählt.

Wieviele Delegierte werden vergeben?

Am „Super-Tuesday“ werden bei den Republikanern 624 Delegierte vergeben - alle auf proportionaler Basis, das heißt: Die Bewerber teilen sich die Delegierten gemäß ihrer Stimmanteile. Der Präsidentschaftskandidat braucht 1237 Delegierte auf dem Parteitag im Juli in Cleveland, um die Nominierung zu gewinnen.

Bei den Demokraten, bei denen 2383 Delegierte zur Nominierung notwendig sind, werden am Super-Tuesday 1015 ausgelobt.

Was sagen die Umfragen?

Bei den Republikanern liegt nach den Umfragen Donald Trump, Milliardär und Populist aus New York, in fast allen Staaten vorn. Er konnte seinen Vorsprung in beinahe allen Wählergruppen sogar noch ausbauen, wie die jüngste Erhebung von CNN zeigt. Bis jetzt konnte Trump nach vier Vorwahlen 82 Delegierte auf sich vereinen.

Ted Cruz führt in seinem Heimatstadt Texas. Da die Delegierten aber anteilig vergeben werden, würde Trump auch ein guter zweiter Platz nicht schaden.

 

Marco Rubio, mittlerweile zum Kompromisskandidaten der republikanischen Parteispitze erkoren, hofft auf achtbare Ergebnisse. Er braucht mindestens Achtungserfolge, um überhaupt noch Aussicht auf Erfolg im weiteren Rennen zu haben.

 

Bei den Demokraten führt Hillary Clinton in den meisten der elf Staaten, in denen die Demokraten am Dienstag abstimmen lassen, klar vor ihrem Kontrahenten Bernie Sanders.

 

Der 74 Jahre alte Senator dürfte seinen Heimatstaat Vermont mit deutlichem Vorsprung gewinnen, daneben werden ihm auch Chancen in Oklahoma, Minnesota und Massachusetts eingeräumt.

 

Letzte Umfragen vom Montag zeigten aber, dass es eng für Sanders werden könnte. Er müsste mindestens fünf Staaten für sich entscheiden, wollte er weiter Aussichten auf die Nominierung haben.

Welche sind die entscheidenden Staaten?

Bei den Republikanern:

Texas (155 Delegierte): Eine Niederlage in seinem Heimatstaat könnte fatale Wirkung auf Ted Cruz haben, dem Überraschungssieger von Iowa. Umfragen deuten zwar auf einen Sieg des erzkonservativen Texaners hin, aber Marco Rubio und Donald Trump sind ihm dicht auf den Fersen.

Georgia (76): Der Südstaat vergibt die zweitgrößte Delegiertenzahl am „Super-Tuesday“. Cruz hofft auf die bibeltreuen Evangelikalen in den Staaten des sogenannten Bibel-Belts (Bibel-Gürtel). Aber seine religiös-konservative Botschaft ist vom Populismus Trumps übertönt worden. Umfragen sehen den New Yorker Immobilienmogul deutlich vorn.

Virginia (49): Dort stehen sich zwei unterschiedliche Wählergruppen gegenüber: Die Anhänger des Establishments in den Vororten Washingtons mit einem Faible für Marco Rubio und die stark konservative Landbevölkerung, die zu Trump tendiert. Meinungsforscher sehen Trump leicht vorn.

Oklahoma (43): Hier tobt der Kampf zwischen Trump, Rubio und Cruz bis zum Ende. Die Umfragen haben noch keinen klaren Favoriten ausgemacht.

Minnesota (38): Der Staat ist die Hoffnung von Marco Rubio. Im moderaten und weniger religiöseren Norden rechnet sich der Senator aus Florida gute Chancen aus. Meinungsforscher trauen ihm das zu.

Bei den Demokraten:

Texas (222): Der Staat mit den meisten Delegierten ist klares Hillary-Clinton-Terrain.

Virginia (95): Dies ist der Staat, den Clinton gewinnen muss. Dort hat sie die Unterstützung von Gouverneur Terry McAuliffe. Laut Umfragen liegt die Ex-Außenministerin mit zwölf bis 20 Punkten vor Sanders.

Vermont (15): Die Frage ist hier nicht, wer gewinnt, sondern wie hoch Bernie Sanders seinen Heimatstadt dominiert. Meinungsforscher sehen ihn bei bis zu 75 Prozent.

Massachusetts (91): Ein großer und wichtiger Staat. Hier könnte es eng werden. Laut Umfragen hat Clinton ganz knapp die Nase vorn. Sollte sie Sanders in Massachusetts auf Distanz halten können, wäre dies ein großer Schritt Clintons in Richtung Kandidatur.

 
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erstellt am 01.Mär.2016 | 16:36 Uhr

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