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Vorbildliche Entscheidung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schon wieder ein Rücktritt, diesmal einer der besonderen Art. Und man wünscht sich, dass es kein Einzelfall bleibt.

Vor vier Jahren ist die damalige Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche nach einer sogenannten „Alkoholfahrt“ von ihren Ämtern zurückgetreten. Diesen Abgang vollzog Margot Käßmann derart konsequent und vorbildlich, dass sie fortan als Rücktrittsexpertin durch die Talkshows tingelte. Jetzt hat sie angekündigt, dafür nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Nachdem schon Alice Schwarzer aus ganz anderen Gründen aus den abendlichen Gesprächsrunden verschwunden ist, geht nun ein weiterer Dauergast verloren. Damit wird es eng mit der Verpflichtung weiblicher Plaudertaschen mit Erregungspotenzial.

Wenn man die lebensfrohe Altbischöfin richtig verstanden hat, was angesichts ihres meist tiefen ethisch-philosophischen Gedankengutes nicht immer leicht ist, dann lässt sich die Begründung für ihren TV-Abgang in dem schlichten Satz zusammenfassen: Ich habe alles gesagt, was zum Thema Schuld und Sühne unter besonderer Berücksichtigung des Rücktritts zu sagen ist.

Die Hoffnung ist zwar nicht allzu groß, aber dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere ständige Mitglieder des Talkrunden-Ensembles zu einer ähnlich selbstkritischen Einschätzung kommen. Womöglich sind aber die Entzugserscheinungen ähnlich folgenschwer wie bei weniger prominenten ganz normalen Junkies.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 12:23 Uhr

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