Olympische Winterspiele : Vor Treffen mit Nordkorea: Südkorea hofft auf dauerhafte Entspannung

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache Gesprächsbereitschaft angedeutet.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache Gesprächsbereitschaft angedeutet.

Am Dienstag nehmen die beiden Länder nach zwei Jahren der Funkstille Gespräche auf. Hauptsächlich soll es dabei um die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang gehen.

shz.de von
08. Januar 2018, 14:21 Uhr

Seoul/Panmunjom | Südkorea will bei den ersten Gesprächen mit Nordkorea seit zwei Jahren nicht nur über sportpolitische Dinge, sondern auch über humanitäre Fragen und eine militärische Entspannung reden.

Die Lage in der Region hat sich im vergangenen Jahr nach zahlreichen Raketentests durch Nordkorea und einem weiteren Atomversuch deutlich verschärft. Insbesondere US-Präsident Donald Trump und die Führung in Pjöngjang, die den USA eine feindselige Politik vorwirft, hatten sich im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen. Trump hatte aber zuletzt bekräftigt, dass er die Gespräche zwischen beiden Koreas unterstütze.

Eine mögliche Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar werde bei dem Treffen am Dienstag zwar im Vordergrund der Verhandlungen stehen, sagte Vereinigungsminister Cho Myong Gyon am Montag vor Journalisten in Seoul. Er werde aber versuchen, auch über auseinandergerissene koreanische Familien zu reden und Wege zur Entspannung anzusprechen, wurde Cho von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Beide Länder hatten sich nach einem überraschenden Friedensangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un auf die Gespräche geeinigt. Kim hatte am Neujahrstag erklärt, eine Delegation zu den Spielen vom 9. bis zum 25. Februar entsenden zu wollen.

Die Gespräche finden auf der südkoreanischen Seite des Grenzorts Panmunjom statt. Südkorea wird dabei von Cho vertreten. Nordkorea will mit dem Vorsitzenden des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes, Ri Son Gwon, einen erfahrenen Unterhändler bei innerkoreanischen Gesprächen schicken.

Seoul will die Gespräche nutzen, um eine Grundlage für eine dauerhafte Entspannung zu schaffen. Dabei könnten beide Seiten auch über Seouls Vorschläge vom vergangenen Juli reden, wie ein Sprecher des Vereinigungsministeriums sagte. Südkorea hatte damals neue Begegnungen von getrennten Familien sowie Militärgespräche vorgeschlagen. Pjöngjang war aber nicht darauf eingegangen.

Papst Franziskus rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, „alle Bemühungen um einen Dialog“ zu unterstützen. Dies sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche am Montag in einer Neujahrsrede an die im Vatikan akkreditierten Botschafter.

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