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Politik

12. Dezember 2017 | 04:16 Uhr

Von Locken und Glatzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Wenn Prominente auf Reisen gehen, dann nehmen sie nicht nur ein halbes Dutzend Gepäckstücke mit, sondern auch Personal. Darunter in aller Regel ein Friseur, in besseren Kreisen heißt er Hair-Stylist oder Coiffeur.

Es ist im Augenblick viel von Mindestlohn die Rede, verbunden mit dem Hinweis, dass er vor allem von den Mitarbeitern im Friseur-Handwerk sehnlichst erhofft wird, weil dort echte Hungerlöhne gezahlt werden. Bei den Coiffeuren blickt man voller Verachtung auf dieses Thema; denn in besagten Kreisen sieht niemand für 8,50 Euro auch nur für eine Sekunde aus dem Fenster. Welche Bedeutung die natürliche Kopfbedeckung bei Prominenten hat, zeigt die sorgfältige Pflege, auch imagemäßig. Als beim Kanzler Schröder der Verdacht geäußert wurde, das dunkle Braun könnte auf künstlichem Weg nachgebessert worden sein, musste ein Gericht den Reinheitsgrad bestätigten. Und der Kollege Berlusconi nahm für eine Pflanzaktion in Kauf, im Piraten-Look herumzulaufen. Bisher sind die Haar-Stylisten noch nicht in die Zunft der bildenden Künste aufgenommen worden. Das könnte sich ändern, denn ihr Ansehen steigt. Vor zwei Jahren erhob die Queen ihren Stylisten in den Adelsstand. Und jetzt will Elisabeth den Haarkünstler Lino Carbosiero zum „Member oft the Most Excellent Order of the British Empire“ ernennen. Er hat für das Empire zwar keinen Kontinent zurückerobert, dafür aber die Frisur von Premier Cameron revolutioniert, indem er den Scheitel von links nach rechts verlegte. Das wäre doch auch eine Idee für den Straßenverkehr.

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