Ehrung für Macron in Aachen : Von Euro bis Papst – Was die Karlspreisträger verbindet

<p>Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron macht beim Bürgerfest auf dem Katschhof ein Selfie mit den Jugend-Karlspreisträgern. Macron erhält am 10. Mai den Karlspreis für seine kraftvolle Vision eines neuen Europas.</p>

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron macht beim Bürgerfest auf dem Katschhof ein Selfie mit den Jugend-Karlspreisträgern. Macron erhält am 10. Mai den Karlspreis für seine kraftvolle Vision eines neuen Europas.

Frankreichs Präsident Macron bekommt den Aachener Karlspreis 2018 – Rückblick auf die bisherigen Preisträger.

shz.de von
10. Mai 2018, 09:28 Uhr

Aachen | Nur ein Jahr nach seiner Wahl erhält der französische Präsident Emmanuel Macron an diesem Donnerstag (11.15 Uhr) den Karlspreis für Verdienste um die Einheit Europas, als "mutiger Vordenker für die Erneuerung des europäischen Traums". "Wir gehen davon aus, dass diese Karlspreisverleihung große Wellen in ganz Europa schlagen wird", sagt der Sprecher des Karlspreisdirektoriums, Jürgen Linden.

Zu den erwarteten Gästen beim Festakt im Aachener Krönungssaal zählen Staatsoberhäupter und Regierungschefs von Spanien, Luxemburg, Bulgarien, Kroatien, Litauen und der Ukraine. Angesagt haben sich der Karlspreisträger des vergangenen Jahres, der britische Historiker Timothy Garton Ash, und der Karlspreisträger aus dem Jahr 2015, der SPD-Politiker Martin Schulz.

Die Preisträger

Nicht nur Politiker erhalten den Preis, auch Schriftsteller, Geistliche, Institutionen, Könige, ein ganzes Volk und sogar eine Währung sind schon mit dem Karlspreis geehrt worden. Was alle verbindet sind ihre Verdienste um Europa: Die Auszeichnung würdigt Hoffnungsträger, zentrale Akteure und Errungenschaften der europäischen Integration.

1950 ging der erste Karlspreis deshalb auch an Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, der nach dem Ersten Weltkrieg die Paneuropa-Union gründete, die älteste europäische Einigungsbewegung. In den folgenden Jahren wurden die Wegbereiter der EU und ihrer vorhergehenden Bündnisse mit dem Karlspreis geehrt.

Als erster Deutscher bekam 1954 Bundeskanzler Konrad Adenauer den Preis für sein Ziel des Vereinigten Europas.

Als erste Institution wurde 1969 die Kommission der europäischen Gemeinschaften ausgezeichnet. Sie koordinierte damals die Aufgaben der Montanunion, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Euratom.

Die Präsidentin des Europäischen Parlamentes, Simone Veil, bekam als erste Frau den Preis 1981 "für ihr entschlossenes Eintreten für die Rechte der ersten frei und direkt gewählten Vertretung aller in der Europäischen Gemeinschaft zusammengeschlossenen Völker Europas."

1982 erhält der spanische König Juan Carlos I. den Karlspreis für seinen Einsatz für Gerechtigkeit und Demokratie innerhalb Spaniens und darüber hinaus.

Vier Jahre später, 1986, wird das Volk Luxemburgs ausgezeichnet, das "zu den überzeugten Europäern der ersten Stunde zählte und seine Politiker wichtige Beiträge zur Europäischen Einigung geleistet haben."

Als erster französischer Präsident erhält François Mitterand 1988 gemeinsam mit dem Bundeskanzler Helmut Kohl den Karlspreis führ ihr "ununterbrochenes und erfolgreiches Streben um dauerhafte Freundschaft ihrer Länder und um Erhaltung und Festigung der Europäischen Gemeinschaft."

Weil er die Identifikation mit Europa fördere, wurde 2002 der Euro mit dem Karlspreis bedacht.

Bislang haben zwei Päpste den Karlspreis erhalten für ihren Einsatz für Frieden und geteilte Werte: 2004 Papst Johannes Paul II. und 2016 Papst Franziskus.

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel 2008 den Preis für ihre persönlichen Dienste für Europa bekam, hielt der französische Präsident Nicolas Sarkozy die Laudatio. 2018 wird der französische Präsident Emmanuel Macron geehrt und Merkel wird ihn als Preisträger würdigen.

(Mit dpa)

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