2,183 Millionen ohne Job : Volkswirte: Zahl der Arbeitslosen sinkt im November

Ein Mann wartet in der Bundesagentur für Arbeit. /Illustration
Ein Mann wartet in der Bundesagentur für Arbeit. /Illustration

Die deutsche Wirtschaft hat etwas an Fahrt verloren, doch am Arbeitsmarkt bleibt die Lage rosig. Die Zahl der Menschen ohne Job dürfte laut Experten weiter zurückgehen. Selbst bei internationalen Handelsrisiken gibt es Hoffnung.

shz.de von
25. November 2018, 10:48 Uhr

Der Arbeitsmarkt in Deutschland dürfte sich nach Einschätzung von Experten im November weiter positiv entwickelt haben.

Auch wenn die deutsche Wirtschaft zuletzt etwas an Schwung verlor: Der auslaufende Herbstaufschwung und die gute Konjunktur im Land haben die Zahl der Arbeitslosen weiter sinken lassen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Nach den Berechnungen der Ökonomen waren im November etwa 2,183 Millionen Frauen und Männer ohne Job. Das wären rund 21.000 weniger als im Oktober und rund 185 000 weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit an diesem Donnerstag (29. November) bekannt.

Die spätherbstliche Witterung mit dem üblichen Stellenabbau in Außenberufen bremst den Abbau der Arbeitslosigkeit im November traditionsgemäß etwas. Die positive Grundtendenz bleibe aber bestehen, sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein.

Daran ändert nach Einschätzung der Ökonomen auch die geschrumpfte Konjunktur im dritten Quartal nichts. Schwächelnde Exporte und eine geringere Kauflust der Konsumenten ließen das deutsche Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September um 0,2 Prozent zum Vorquartal sinken - der erste Rückgang seit Frühjahr 2015.

Experten sprechen von einer Delle und nicht von einer beginnenden Rezession. «Prinzipiell geht es der deutschen Wirtschaft weiterhin gut», sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Marc Schattenberg. Deutschland sei immer noch in einer Phase der Hochkonjunktur. In den kommenden Monaten sei keine Trendwende zu erwarten.

Der deutsche Arbeitsmarkt profitiere aber nicht nur von der robusten Wirtschaft, sondern auch von einer vorausschauenderen Personalpolitik der Unternehmen, sind sich die Experten sicher. Angesichts des Fachkräftemangels seien Personaler auch bei vorübergehenden Durchhängern eher zurückhaltend mit Kündigungen.

Internationale Unsicherheiten wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Haushaltspläne Italiens drückten aber weiter auf die Stimmung in den Chefetagen, erklärte Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld. Etwas Entspannung habe es durch die Verhandlungen zum Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) gegeben. Eine erste prinzipielle Einigung zwischen Brüssel und London lässt hoffen. Der aktuelle Ifo-Geschäftsklima-Index zur Stimmung in den Unternehmen wird am Montag (10.00 Uhr) veröffentlicht.

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