Flughafen von Karachi : Viele Tote bei Terror-Anschlag in Pakistan

Am Morgen nach dem Terroranschlag steigt Rauch über dem Flughafen auf.
Am Morgen nach dem Terroranschlag steigt Rauch über dem Flughafen auf.

Terroristen überfallen abends den Flughafen von Karachi in Pakistan. Die Taliban bekennen sich zu dem Anschlag.

shz.de von
09. Juni 2014, 10:33 Uhr

Islamabad | Pakistan wird am Pfingstwochenende von Terrorakten erschüttert. Dutzende Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt. Ziele waren Pilger an der Grenze zum Iran und der Flughafen von Karachi. Erst nach einem sechsstündigen Gefecht konnten Sicherheitskräfte einen Angriff schwer bewaffneter Terroristen auf den Flughafen der Hafenstadt Karachi abwehren. Wie ein Armeesprecher am Montagmorgen sagte, wurden alle zehn Angreifer getötet. Insgesamt kamen mindestens 23 Menschen bei der Attacke ums Leben, berichteten pakistanische Beamte. Die 13 anderen Todesopfern seien Sicherheitsleute und Regierungsbeamte gewesen. 23 Menschen wurden verletzt.

Flughafenangestellte und Passagiere waren in Sicherheit gebracht worden. Die Terroristen hatten den Flughafen am Sonntagabend angegriffen. Die Taliban in Pakistan haben sich zu dem terroristischen Angriff bekannt. Die Attacke sei die Rache für Luftangriffe der pakistanischen Armee auf „Unschuldige“ in den Stammesgebieten nahe der Grenze zu Afghanistan, sagte ein Sprecher der islamistischen Extremisten, Shahidullah Shahid, am Montag. „Dies ist eine Botschaft an die pakistanische Regierung, dass wir noch am Leben sind.“ 

Laut Militär hatten zehn schwer bewaffnete Terroristen den Flughafen in der Nacht zum Montag angegriffen. Die Angreifer waren als Polizisten mit gefälschten Personalausweisen auf das Gelände gekommen. Nach stundenlangen Schusswechseln meldete Generalmajor Rizwan Akhtar am Morgen, dass alle Terroristen tot seien. Sieben wurden demnach erschossen, drei hätten sich in die Luft gesprengt. Nach Worten der Ärztin Seemi Jamali der Junnah-Klinik kamen 13 Angehörige der Sicherheitskräfte und fünf Zivilisten ums Leben. Von den 23 Verletzten befänden sich fünf in kritischem Zustand.

Nach Militärangaben wurde kein Flugzeug beschädigt. In lokalen Medienberichten hatte es geheißen, drei Maschinen seien in Brand geraten. Die Attacke richtete sich gegen einen Teil des Flughafens, in dem Privatmaschinen und Frachtflugzeuge abgefertigt werden. Die Extremisten hätten ihren Angriff von drei Seiten aus geführt.Einheiten von Polizei und Militär riegelten das Gebiet hermetisch ab.

Am Montagmorgen waren kurzzeitig erneut Schüsse zu hören.  Dabei hatten Armeeangehöre versehentlich auf einen Mitarbeiter der Flughafensicherheit geschossen, den sie für einen weiteren Terroristen hielten. Der Mann wurde verletzt. Der Flughafen sollte am Montagmittag (Ortszeit) seinen Betrieb wieder aufnehmen.

In der Nähe der pakistanisch-iranischen Grenze starben bei zwei Selbstmordanschlägen auf schiitische Pilger mindestens 22 Menschen. Dutzende wurden verletzt. Die Pilger seien mit Bussen aus dem Iran zurückgekehrt, berichtete das pakistanische Onlineportal dawn.com unter Berufung auf Behördenangaben. Es habe sich um koordinierte Selbstmordattentate gehandelt. Die Attacke habe sich am späten Sonntagabend ereignet, nachdem die Busse geparkt worden waren. Danach seien Schüsse zu hören gewesen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attacke. In der Vergangenheit waren in diesem Teil Pakistans Schiiten immer wieder Ziel von Anschlägen von sunnitischen Extremisten.

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