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Hass auf Homosexuelle : Video: Warum der Orlando-Terrorist versagt hat

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Vor 17 Jahren detonierte eine Nagelbombe im Admiral Duncan Pub in London – drei Menschen starben. Doch das Herz der LGBT-Community schlug weiter und wird es auch dieses Mal tun, ist Owen Jones überzeugt.

London | Ein Video der britischen Zeitung „The Guardian“ verbreitet sich derzeit im Netz. Darin erklärt Kolumnist Owen Jones, warum der Terrorist, der in Orlando 49 Menschen tötete, mit seinem Hass gescheitert ist. Er zieht einen Vergleich zu einem Anschlag auf einen Schwulen- und Lesben-Pub in London vor 17 Jahren. Damals starben drei Menschen, 70 wurden verletzt.

„Direkt hinter mit ist der Admiral Duncan Pub“, sagt Owen Jones zu Beginn. „Es ist ein Gay-Pub mitten im Herzen von Londons LGBT-Community (Anm. d. Red. LGBT = Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender). Vor siebzehn Jahren war der Pub an einem Freitagabend voller Leute. Voller Lachen und voller Liebe. Und ein Neo-Nazi-Terrorist zündete eine Nagelbombe.“ Drei Menschen sterben in dieser Nacht, viele wurden verletzt. Der Terrorist habe für eine lange Zeit das Lachen verstummen lassen. „Aber die Liebe hat er nicht ausgelöscht“, sagt Jones. In den 17 Jahren nach dem Anschlag seien Homosexuelle aus allen Teilen der Welt durch die berühmte Straße, die Old Compton Street, gelaufen und seien von Liebe, Freundschaft und Lachen erfüllt gewesen. „Der Terrorist hat verloren“, sagt Jones. Während er in einer Zelle schmore, liefen die Menschen tagtäglich diese Straße rauf und runter.

Dieser Verbrecher in Orlando, sagt Jones, konnte eine Waffe nehmen und erneut das Lachen auslöschen. Und wenn er die LGBT-Community noch so gehasst habe, er werde trotzdem verlieren. Die Liebe der Gemeinschaft werde diesen Hass überflügeln. „Auch in Orlando werden die Menschen die Straße wieder voller Liebe und Lachen entlang gehen und ihre Rechte und Freiheiten werden weiter wachsen.“ Und Jones weiter: „Wir sind auf der richtigen Seite der Geschichte und egal wie gewalttätig diese Menschen sind, sie werden verlieren.“

Überall auf der Welt würden Homosexuelle verfolgt, dämonisiert oder getötet. „Aber wir werden gewinnen“, sagt Jones selbstbewusst. Leute wie er (Anm. d. Redaktion: der Attentäter) würden ihr Ziel verfehlen, Gemeinschaften gegeneinander aufzuhetzen. Er stehe als stolzer, schwuler Mann im Zentrum Londons, einer Stadt mit einem muslimischen Bürgermeister der Morddrohungen erhält, weil er sich für die Rechte, Freiheit und Gleichheit der Menschen einsetze. Menschen wie er seien die Zukunft.

Selbstverständlich werde getrauert und geweint und man ist wütend. „Aber genau so wie sie hier vor 17 Jahren verloren haben, werden diese Mörder immer wieder verlieren.“ Die Entschlossenheit und die Liebe aller in der LGBT-Community werde durch ihn nur noch heller strahlen. Das sei das endgültige Vermächtnis dieses Täters, schließt Jones sein Statement.

Owen Jones gilt als prominente Stimme für die LGBT-Community. Er selbst ist homosexuell. Neben politischem Engagement arbeitet der 31-Jährige als Kolumnist für die britische Zeitung „Guardian“ und ist zudem Autor.
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erstellt am 14.Jun.2016 | 12:37 Uhr

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