Versöhnung auf dem Schlachtfeld als Mahnung an die Welt

Joachim Gauck (links) und François Hollande bei der Gedenkfeier im Elsass.
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Joachim Gauck (links) und François Hollande bei der Gedenkfeier im Elsass.

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03. August 2014, 15:02 Uhr

Mit einer Gedenkzeremonie im Elsass haben Deutschland und Frankreich an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor genau 100 Jahren erinnert. Die Präsidenten François Hollande und Joachim Gauck legten gestern auf dem Hartmannsweilerkopf in den Vogesen südlich von Colmar einen gemeinsamen Kranz nieder und gedachten der Opfer des Krieges. Bei den erbitterten Kämpfen um den Gipfel über der Rheinebene waren zwischen 1914 und 1918 rund 30 000 Menschen ums Leben gekommen. Die Staatsoberhäupter legten auch den Grundstein für eine deutsch-französische Gedenkstätte.

Bundespräsident Gauck sagte, der Erste Weltkrieg sei „eine der furchtbarsten und düstersten Zeiten unserer gemeinsamen Geschichte“. Der Fanatismus bis zum Selbstopfer sei das Ergebnis einer schrecklichen intellektuellen und moralischen Verblendung gewesen. Gauck erinnerte an die deutsche Mitschuld und betonte die Annäherung: „Nachdem Deutschland im Ersten und im Zweiten Weltkrieg Frankreich überfallen hatte, können gerade wir Deutschen diese Versöhnung nur als Geschenk begreifen.“ Das gemeinsame Europa sei „keine Laune der Geschichte“.

Hollande betonte: „Europa hat es geschafft, den Krieg zu besiegen.“ Europa sei eine Gemeinschaft der Werte und des Friedens. Die deutsch-französische Versöhnung könne ein Beispiel für die Welt geben, sagte Hollande. Beide Nationen seien angesichts der Ukraine-Krise gemeinsam gefordert. Sie hätten die Verpflichtung, sich weltweit für Menschenrechte einzusetzen.

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