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Kommentar zur FDP : Verantwortungslos und pflichtvergessen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die FDP und ihr Chef Lindner folgen der Devise: Erst die Partei, dann das Land, kommentiert shz.de-Hauptstadtkorrespondet Henning Baethge.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2017 | 07:55 Uhr

Berlin | Ja, die Sondierungen von CDU, CSU, FDP und Grünen waren zäh. Ja, die vier Jamaika-Parteien lagen in vielen Forderungen weit auseinander. Und ja, die Unterhändler sind nicht immer freundlich miteinander umgegangen. Aber nein, all das rechtfertigt in keiner Weise die nächtliche Flucht der FDP aus den Verhandlungen.

Denn die Liberalen und ihr Chef Christian Lindner sind damit nicht nur aus schwierigen Verhandlungen geflohen. Sie haben sich vor allem aus der Verantwortung für Deutschland gestohlen. Erst die Partei, dann das Land – das ist die Devise, nach der Lindner gehandelt hat. Er zeigt sich damit als verantwortungsloser und pflichtvergessener Politiker. Dies gilt umso mehr, als die Gespräche nach einhelliger Auskunft aller anderen Beteiligten kurz vor einem erfolgreichen Abschluss standen.

Nach dem komplizierten Ergebnis der Bundestagswahl war es die verdammte Pflicht der vier einzigen Parteien, die realistischerweise eine stabile Regierung bilden konnten, sich auf ein Bündnis zu einigen – selbst auf die Gefahr hin, dass manch Zugeständnis eigene Wähler irritieren und Stimmen kosten könnte. Die Grünen waren dazu bereit, die CDU auch, am Schluss offenbar selbst die CSU. Dass die FDP es nicht war, wird sie viel teurer zu stehen kommen als jeder Kompromiss, den sie hätte eingehen müssen.

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