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Prozesse : Vater des ermordeten Süleyman Tasköprü im NSU-Prozess

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Im NSU-Prozess hat der Vater des 2001 in Hamburg ermordeten Süleyman Tasköprü ausgesagt. Er hatte das Lebensmittelgeschäft der Familie kurz verlassen, um Oliven zu besorgen - als er zurückkam, lag sein Sohn in einer Blutlache auf dem Boden. Die Terroristen hatten ihn dreimal in den Kopf geschossen.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 07:31 Uhr

«Ich habe ihn auf meinen Schoß genommen», sagte der 67-Jährige Vater des NSU-Terroropfers. «Ich habe ihn so genommen und das Gesicht gestreichelt. Er wollte mir was sagen, aber er konnte nicht.» Der Anklage zufolge erschossen die Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt den 31-Jährigen.

Es war der dritte von zehn Morden, die dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) zugerechnet werden. Beate Zschäpe ist in München als Mittäterin sämtlicher Attentate des NSU angeklagt. Sie soll für die legale Fassade des Trios gesorgt haben; damit habe sie die Morde erst ermöglicht.

«Was wollten sie von ihm?», fragte der Vater vor Gericht. «Wir haben uns bemüht, auf eigenen Füßen zu stehen. Wir lebten von unserem eigenen Geld, was wollten diese Leute von uns?» Zschäpe vermied es, den Mann direkt anzuschauen, und starrte - wie so oft in diesem Prozess - auf den Bildschirm ihres Laptops.

Süleyman Tasköprü hinterließ eine zweieinhalbjährige Tochter. Sie wuchs bei den Großeltern auf.

Als er mit dem Auto am Laden ankam, hatte der Vater zwei Männer gesehen, die sich entfernten. Direkt nach dem Mordanschlag hatte er der Polizei gesagt, es seien Deutsche, etwa 25 bis 30 Jahre alt. Eine genauere Beschreibung habe er allerdings nicht geben können, sagte ein Kriminalbeamter, der ebenfalls am Montag aussagte. «Es gab keine Möglichkeit, Phantombilder anzufertigen. Man hat dann gesagt, die Spur ist erledigt.»

Pressemitteilung zur Anklageerhebung

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