Steuerstreit in Kiel : Uthoff-Familie macht eigene Schulden zu Geld

Die Forderungsverwaltungsgesellschaft DSU, deren bisherige Gesellschafterin Uthoffs Frau gewesen ist, soll das Unternehmen an einen Düsseldorfer Investor verkauft haben.

shz.de von
03. Juli 2015, 06:40 Uhr

Kiel | Im Insolvenzverfahren gegen den Kieler Augenarzt Detlef Uthoff hat dessen Familie offenbar eigene Schulden zu Geld gemacht. Das berichteten NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin gestern Abend.

Danach soll die Forderungsverwaltungsgesellschaft DSU, deren bisherige Gesellschafterin Uthoffs Frau gewesen ist, dieses Unternehmen an einen Düsseldorfer Investor verkauft haben. Für Investoren attraktiv sei die Gesellschaft DSU, da sie voraussichtlich eine mindestens zweistellige Millionensumme aus der Insolvenzmasse erhalten wird. Der Grund: In der Vergangenheit hatte die DSU zum Preis von 360.000 Euro abgeschriebene Schulden des Mediziners in Höhe von 56 Millionen Euro bei mehreren Banken aufgekauft. Auf dem Papier ist die DSU damit der größte Gläubiger des Mediziners.

Insolvenzverwalter Klaus Pannen bestätigte dem NDR zufolge, dass er bislang DSU-Forderungen in Höhe von 13 Millionen Euro anerkannt habe. Damit wird die Gesellschaft bereits jetzt einen größeren Teil der Insolvenzmasse ausgezahlt bekommen als die Stadt Kiel. Auch die restlichen Forderungen der DSU in Höhe von 43 Millionen Euro werde er wahrscheinlich anerkennen, so der Insolvenzverwalter.

Forderungen des Finanzamtes Kiel habe er bisher nicht anerkannt, zitierte der Sender Pannen weiter. Das Finanzamt macht mehr als 35 Millionen Euro geltend. Diesen Anspruch ficht Uthoff vor Gericht an. Die Stadt Kiel hat einen rechtskräftigen Titel, um 7,8 Millionen Euro eintreiben zu können. Die damalige Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) musste wegen eines Steuerdeals mit Uthoff 2013 ihren Hut nehmen. Bis vor wenigen Wochen waren die insgesamt über 100 Gläubiger davon ausgegangen, dass die DSU auf ihre Forderungen vollständig verzichten würde. Im Gegenzug hätten sie dem von Detlef Uthoff vorgelegten Insolvenzplan zustimmen müssen. Die Familie Uthoff wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.


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