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„Deso Dogg“ bei IS : USA setzen deutschen Rapper Cuspert auf Terroristenliste

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Der ehemalige Rapper Denis Cuspert preist in Rap-Videos den Heiligen Krieg als großen Spaß. Für die USA ist er ein Risiko für die nationale Sicherheit.

Washington | Die USA haben den deutschen Radikalislamisten Denis Cuspert auf ihre Terroristenliste gesetzt. Der 39-Jährige sei ein aktives Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und werde als „globaler Terrorist“ eingestuft, teilte das US-Außenministerium in Washington mit.

Der gebürtige Berliner gilt damit für die USA als jemand, der einen terroristischen Akt begangen hat oder ein ernsthaftes Risiko für die nationale Sicherheit darstellt. Amerikanische Bürger und Firmen dürfen fortan keine Geschäfte mit ihm machen. Er stehe außerdem auf der Terrorliste der Vereinten Nationen, was Reiseverbote und das Einfrieren von Konten in allen Mitgliedsländern nach sich ziehen kann, teilte die Behörde mit.

Cuspert, der sich Abu Talha al-Almani nennt, ist laut der USA auf zahlreichen IS-Videos zu sehen. In einem hält er einen abgeschnittenen Kopf in der Hand. Er sei ein „williger Werbesprecher für die IS-Gräueltaten“, heißt es in der Mitteilung.

Der islamistische Terrorist Denis Cuspert wurde 1975 als Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers in West-Berlin geboren.

Er wuchs in verschiedenen Stadtteilen auf, vor allem aber in Kreuzberg. Laut einem Dossier des Berliner Verfassungsschutzes über das Leben Cusperts geriet der Junge in ein soziales Milieu, „das sich analog zur US-amerikanischen Gang-Kultur über Gewalt, kriminelle Geldbeschaffung und exzessive Lebensführung definiert“. 2002 begann Cusperts Karriere als Rapper unter dem Namen „Deso Dogg“.

In seinen Texten verarbeitete er persönliche Erfahrungen mit Diskriminierung. Er sei zwar wenige Jahre später innerhalb der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene bekanntgewesen, der große Durchbruch sei ihm aber nicht gelungen, schrieb der Verfassungsschutz.

Seit 2007 präsentierte Cuspert sich als gläubiger Muslim. Spätestens Anfang 2010 entstanden Kontakte zur Berliner Al-Nur-Moschee. Diese Moschee in einem Gewerbegebiet in Berlin-Neukölln machte Schlagzeilen mit Auftritten von Hasspredigern und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Damals entstand ein Video, das Cuspert im Gespräch mit dem salafistischen Prediger Pierre Vogel zeigt.

Mitte 2012 reiste Cuspert zunächst nach Ägypten aus, ein halbes Jahr später zog er weiter nach Syrien. Er schloss sich der Terrormiliz IS an. Im September 2013 wurde er - offenkundig bei einem Luftangriff des syrischen Militärs - schwer am Kopf verwundet.

Im selben Monat erhob die Staatsanwaltschaft in Köln in Abwesenheit Anklage gegen Cuspert wegen Sachbeschädigung. Er soll einem Reporter in einer Moschee eine Filmkamera entrissen und diese auf den Boden geworfen haben. Das Verfahren wurde eingestellt, weil Cuspert schon damals als untergetaucht galt.

Innerhalb der Terrororganisation hat der 39-Jährige, der sich mittlerweile Abu Talha al-Almani nennt, vor allem die Aufgabe, radikalisierte Salafisten in Deutschland anzuwerben. In mehreren Videos ruft Cuspert auf Deutsch dazu auf, sich dem IS anzuschließen. Laut Analyse der Verfassungsschützer genießt er „eine exponierte Stellung als deutschsprachiger Propagandist des Islamischen Staates“.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 14:06 Uhr

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