zur Navigation springen

Kampf gegen den IS : USA fordern größeren Militäreinsatz von Deutschland

vom

Die Entsendung von Aufklärungstornados, Tankflugzeugen und einer Fregatte ist den USA zu wenig. Die Bundeskanzlerin reagiert.

Washington/Berlin | Aufklärungstornados, Tankflugzeuge und eine Fregatte: Die Bundeswehr beteiligt sich am Einsatz gegen die Terrormiliz IS. In dieser Woche sind die ersten Maschinen in Richtung Türkei aufgebrochen. Doch für die USA leistet Deutschland damit zu wenig, berichtet „Spiegel Online“. Demnach habe die US-Regierung in Person von Verteidigungsminister Ashton Carter Deutschland dazu aufgefordert, sich stärker am Anti-Terror-Kampf zu beteiligen.

Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. Der Einsatz für die Soldaten aus Jagel könnte gefährlich werden. Sie sollen in Syrien beim Kampf gegen den IS helfen. Der Bundestag hatte am Freitag die Entsendung von maximal 1200 Soldaten beschlossen.

In einem Brief an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen seien laut Spiegel zwar noch keine konkreten Wünsche geäußert worden, gleichwohl setzt es Deutschland als Partner der von den USA geführten Anti-IS-Koalition weiter unter Druck. Offenbar hat es mehrere Schreiben an Bündnispartner gegeben, heißt es in dem Bericht. Von der Leyen habe auf den Brief bislang nicht geantwortet, die Regierung zeigte sich jedoch überrascht.

Die bisherige deutsche Unterstützung hat nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits Erfolge gebracht. „Wir konnten mit unserer Unterstützung, mit unserer Ausbildung von Soldaten der Peschmerga im Irak schon dazu beitragen, dass doch Teile der Städte wieder zurückerobert werden konnten, dass Menschen wieder in ihre Heimat gehen konnten“, sagte Merkel am Samstag in ihrem regelmäßigen Video-Podcast in Berlin. Der IS sei „eine große Bedrohung“. Seit vergangenem Februar trainiert die Bundeswehr mit anderen Ländern die kurdischen Peschmerga im Nordirak.

Zur notwendigen militärischen Komponente müssten politische Verhandlungen, Entwicklungshilfe und Wiederaufbauhilfe kommen, sagte die Kanzlerin. Dies sei auch mit Blick auf die vielen Flüchtlinge in Deutschland etwa aus Syrien zentral. „Viele von denen würden gerne wieder nach Hause gehen, wenn zum Beispiel in Syrien der Bürgerkrieg zu Ende wäre“, sagte Merkel. „Niemand verlässt leichtfertig seine Heimat.“

Die deutschen Soldaten und Polizisten im Auslandseinsatz verteidigten „unsere Sicherheit außerhalb Deutschlands“, sagte Merkel weiter.

Die beiden ersten deutschen Tornado-Jets waren am Donnerstagvormittag vom schleswig-holsteinischen Jagel aus zu ihrem Anti-Terror-Einsatz in Syrien aufgebrochen. Vor dem Start hatte der Kommandierende General des Luftwaffentruppenkommandos, Generalleutnant Helmut Schütz, den Soldaten in einem militärischen Appell Mut zugesprochen: „Ich weiß, was es für ein Kraftakt sein muss, für sie und auch für ihre Familien.“ Der Einsatz sei nicht risikolos, aber die Soldaten seien gut trainiert und vorbereitet. Der IS terrorisiere gewaltsam und mit äußerster Brutalität nicht nur eine ganze Region, sondern verübe mittlerweile Anschläge überall auf der Welt, sagte Schütz.

Erste Station der Aufklärungsjets ist Incirlik in der Türkei. Von dort sollen sie voraussichtlich im Januar zu ihren ersten Aufklärungsflügen aufbrechen. Ebenfalls von Jagel aus machte sich am Vormittag ein Vorauskommando aus rund 40 Soldaten in einem Airbus A400M auf den Weg in die Türkei. Mit an Bord haben die Soldaten acht Paletten an Kommunikationstechnik und Gerätschaften für ihre Basis.

Ein Tankflugzeug aus Köln-Wahn soll die Treibstoffversorgung in der Luft sichern und den Piloten längere Angriffsoperationen ermöglichen. Die deutschen Piloten sollen die Nationen unterstützen, die Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen fliegen.

Zum deutschen Beitrag gehört auch die Fregatte „Augsburg“. Sie hat sich einem multinationalen Verband des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ angeschlossen. Zusammen mit Kriegsschiffen aus Großbritannien, Belgien und Frankreich soll sie den Flugzeugträger bei seinem Einsatz gegen den IS schützen.

 

zur Startseite

von
erstellt am 12.Dez.2015 | 11:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen