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Nach Raketentest durch Nordkorea : USA fordern „beispiellose“ Sanktionen gegen Regime

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Angeblich geht es Pjöngjang um die Weltraumforschung. Doch der Rest der Welt fürchtet den Test einer militärischen Langstreckenrakete.

Seoul/New York | Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart wollen die USA im UN-Sicherheitsrat die bisher härtesten Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang durchsetzen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York, Samantha Power, rief am Sonntag (Ortszeit) insbesondere China auf, sich „harten beispiellosen Maßnahmen“ anzuschließen. Die Maßnahmen sollten auf diese Weise rasch ergriffen werden und die Erwartungen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un übersteigen. 

Zwischen 2006 und 2013 hatte Nordkorea drei herkömmliche Atomtests unternommen, auf die der UN-Sicherheitsrat jeweils mit neuen Strafmaßnahmen reagiert hatte. Nordkorea droht dem Westen regelmäßig mit der Vernichtung. Anfang Januar hatte das Regime den erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe verkündet.

Russland und China warnten vor einer Eskalation. Die beiden UN-Veto-Mächte seien besorgt, dass die Führung in Pjöngjang demonstrativ das Völkerrecht missachte, teilte das Außenministerium in Moskau am Montag mit. Der russische Vizeaußenminister Igor Morgulow und Chinas Botschafter in Moskau, Li Huei, betonten bei einem Treffen, der Atomstreit mit Nordkorea könne nur politisch gelöst werden.

Nordkorea hatte am Sonntag nach eigenen Angaben einen Satellitenstart zur Weltraumerforschung unternommen. Die Weltgemeinschaft sieht dahinter allerdings den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Raketenstart als nicht hinnehmbar.

„Wir hoffen, dass China wie alle Ratsmitglieder die ernste Bedrohung des regionalen Friedens und der Sicherheit sehen wird“, sagte Power kurz nach der Verurteilung des Raketenstarts durch das höchste UN-Gremium. Nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem neuen Raketenstart könne es nicht mehr so weitergehen wie bisher. 

Der Ratsvorsitzende Rafael Ramirez aus Venezuela hatte nach einer Dringlichkeitssitzung des UN-Gremiums angekündigt, dass eine weitere Resolution gegen Nordkorea vorbereitet werde.

 

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erstellt am 08.Feb.2016 | 14:05 Uhr

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