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Kampf gegen den IS : US-Sonderbeauftragter spricht von „Sieg“ in Mossul

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Das irakische Militär hat die ehemalige IS-Hochburg zurückerobert. Ministerpräsident Haider al-Abadi beglückwünschte die Armee zu diesem Sieg.

Mossul | Der US-Sonderbeauftragte für die Bekämpfung des Islamischen Staats (IS), Brett McGurk, spricht von einem „Sieg“ der irakischen Sicherheitskräfte in der ehemaligen IS-Hochburg Mossul.

Mossul wird seit Jahren von Gewalt und Terror erschüttert. Nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Saddam Hussein im Jahr 2003 flohen viele Anhänger des gestürzten Regimes nach Mossul. Etliche von ihnen engagierten sich später in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegen die schiitisch dominierte neue Regierung in Bagdad.

Er kommentierte die Meldung, dass Ministerpräsident Haider al-Abadi in der Stadt eingetroffen sei, auf Twitter mit den Worten: „Ministerpräsident Al-Abadi trifft in Mossul ein, um den Sicherheitskräften und den Irakern zu ihrem Sieg über den IS in der Stadt zu gratulieren“.

 

Eine offizielle Stellungnahme zur Befreiung der Stadt gab es noch nicht. Es wird aber erwartet, dass Al-Abadi sie in einer Rede an die Nation verkünden wird.

Hintergrund: Die irakische Stadt Mossul
  • Die frühere Millionenstadt Mossul liegt rund 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bagdad am Ufer des Tigris.
  • Neben großen Erdölraffinerien ist dort auch die Textilverarbeitung von wirtschaftlicher Bedeutung. Schon in seiner frühen Geschichte war das bedeutende Zentrum auf der Handelsroute zwischen Indien, Persien und dem Mittelmeer bekannt für Lederprodukte und feine Baumwollstoffe - der Stoff Musselin ist nach Mossul benannt.
  • Mossul ist ein Zentrum sunnitischer Araber. Der Ort war aber immer auch Heimat anderer Ethnien und Konfessionen wie Christen, Kurden, Turkmenen oder Jesiden. In der Hauptstadt der Provinz Ninawa sollen noch etwa 1,5 Millionen Menschen leben.
  • Im Juni 2014 brachte der IS die Millionenstadt unter seine Kontrolle und errichtete ein Terrorregime. Rund 30.000 Soldaten sollen vor nur 800 anrückenden militanten Islamisten geflohen sein.
  • In der Großen Moschee von Mossul rief der Anführer der IS-Miliz, Abu Bakr al-Bagdadi, Muslime weltweit auf, in die Region zu kommen und ihn beim Dschihad zu unterstützen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt als „Kalif“ des vom IS in Teilen Syriens und des Iraks ausgerufenen Kalifats.
  • Wie in anderen eroberten Regionen vernichteten die Extremisten auch in Mossul Dutzende historische Denkmäler. Im städtischen Museum wurden Jahrtausende alte Statuen aus assyrischer Zeit zerstört.
  • Angesichts der anrückenden irakischen Soldaten sprengten sie zuletzt auch die Große Moschee, damit dieses Symbol ihrer Herrschaft nicht in die Hand der mehrheitlich schiitischen Regierungstruppen fällt.
 
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erstellt am 09.Jul.2017 | 15:39 Uhr

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