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Vorwahlen 2016 : US-Präsidentschaftswahl: Donald Trump wird zum Favoriten

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Donald Trump hat die ersten Vorwahlen des Südens in South Carolina gewonnen. Jetzt ist er der unbestrittene Favorit im Rennen um die Nominierung der Republikaner.

Spartanburg | Als der Sieger kurz vor 21 Uhr auf die Bühne trat, feierten ihn seine Fans mit enthusiastischen „USA, USA”-Rufen. Trump strahlt über das ganze Gesicht. „Danke South Carolina”, ruft er in die Menge. Dann gratuliert er Marco Rubio und Ted Cruz artig zu ihrem Rennen.

Wie sind die Reaktionen? Im Liveblog halten wir Sie auf dem Laufenden.

Die ersten drei Wahlen in Iowa, New Hampshire und South Carolina - plus die vierte in Nevada - sind eine sehr wichtige Rampe. Früher Erfolg bringt Geld, Unterstützung, Aufmerksamkeit und das „Momentum“. Wer bei den Republikanern gewinnen will, sollte in mindestens zwei dieser Wahlen sehr gut abschneiden. Wer drei von vier gewinnt, könnte theoretisch im März schon am Ziel sein.

Unerwähnt bleibt Jeb Bush, der kurz vor Trumps Siegerrede das Ende seines Wahlkampfs erklärt hatte. Zu böse ist das Blut zwischen dem Milliardär und dem Erben der konservativen Politdynastie, die in South Carolina alles aufbot, Jeb zu helfen; inklusive dem Wiederauftauchen seines Präsidenten-Bruders und First Lady Barbara Bush.

Trump kanzelte Analysten ab, die nun prognostizieren, ein gelichtetes Kandidatenfeld werde nun helfen, eine moderatere Alternative zu Trump zu etablieren. Es sei unredlich, die Stimmen der ausgestiegenen Kandidaten einfach einem anderen Lager zuzuschlagen. „Wenn Leute das Handtuch werfen, bekomme ich auch viele Stimmen”.  

Der Sieg des Rechtspopulisten in South Carolina fiel trotz der Irak-Krieg-Kritik an George W. Bush und der Fehde mit Papst Franziskus überraschend deutlich aus. Trump holte rund 33 Prozent der Stimmen und lag damit mehr als zehn Prozent vor Cruz (22 Prozent) und Rubio (22 Prozent).

Eine Übersicht der Vorwahl-Ergebnisse der Republikaner:

Der New Yorker Geschäftsmann holte fast alle Wahlbezirke des südlichen Bundesstaates. Er lag bei Männern und Frauen vor, quer durch die Altersgruppen, Bildungs- und Einkommensschichten. Laut Nachwahl-Umfragen setzte er sich bei der wichtigen Wählergruppe der Soldaten und bei den Evangelikalen durch, die diesmal Dreiviertel der Wählerschaft ausmachten.

„Das ist eine unglaubliche Bewegung mit unglaublichen Leuten”, beschreibt Trump seine Koalition, die besonders stark in der  weniger gebildeten weißen Arbeiterschaft verankert ist. „Lasst uns jetzt groß in Nevada und am Super-Dienstag gewinnen und dieses Ding wegstecken.“

Nicht so schnell signalisiert Rubio, der sich den ganzen Wahlabend mit Cruz auf dem zweiten Platz abwechselte. „Nach heute Abend wird das zu einem Drei-Personen-Rennen und ich werde es gewinnen”, sagt der Jung-Senator, der weite Teile des politischen Establishments von South Carolina für sich gewinnen konnte.  

Mit ihm auf der Bühne in Columbia stehen die beliebte Gouverneurin Nikki Haley und der schwarze Senator Tim Scott; beides politische Aufsteiger, die ihre Karrieren, wie Rubio, ihrem Tee-Party-Aktivismus verdanken. „Dieses Land ist bereit für eine neue Generation an Konservativen, die uns ins 21. Jahrhundert führt.“ Ausdrücklich dankte Rubio Gouverneur Jeb Bush, dessen reiches Spendernetz Rubio nun versucht auf seine Seite zu ziehen. „Ich bete für Jeb Bush und seine Familie”.

Das tut auch Ted Cruz, der bei seiner Ansprache ein wenig geknickt aussah. Gewiss hatte sich der ultrakonservative Senator mehr in South Carolina erhofft. Ein Bundesstaat, der mit seinen vielen Evangelikalen Wählern eigentlich maßgeschneidert für einen Kandidaten wie ihn sein sollte.  

„Obwohl sich das ganze Establishment gegen uns verbündet hat, hat uns South Carolina zu einem bemerkenswerten Ergebnis verholfen”, kommentiert er sein Abschneiden. „Wir sind die einzigen, die Donald Trump geschlagen haben und ihn schlagen können.”

Als erster war der große Verlierer der Wahlnacht in Columbia vor die Kameras getreten. Jeb Bush schluckte als er Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden in South Carolina zog, ein Bundesstaat, den sein Bruder George W. und sein Vater beide für sich gewinnen konnten. „Heute Abend suspendiere ich meinen Wahlkampf”, presste Jeb die schwierigen Worte zwischen seinen Lippen heraus.  

Während er sprach liefen Ehefrau Columba Tränen über die Wangen. Aus dem Publikum schallten spontane „No, No”-Rufe zurück. „Yup”, bekräftigte Bush seine Entscheidung das Feld der Moderaten zu bereinigen. Kommenden Samstag geht es für die Republikaner in Nevada weiter.

Was will Trump verändern?

Trump versprach an der Südgrenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen, das Militär aufzurüsten und das Waffenrecht zu verteidigen. „Ich werde der größte Job-Präsident sein, den Gott jemals geschaffen hat”. Amerika werde unter seiner Führung nur noch siegen. „Wir schlagen China, Japan und Mexiko den klassischen Weg. Die Welt wird uns wieder respektieren. Glaubt es mir.”  

Die Republikaner entschieden sich damit für einen Kandidaten, der verspricht, elf Millionen umdokumentierte Einwanderer zu deportieren und keine Muslime mehr in die USA einreisen zu lassen. Nachwahl-Umfragen zeigen, dass Zweidrittel aller republikanischen Wähler für den Muslimen-Bann sind.

Wie lief die Abstimmung bei den Demokraten?

 

Bei den „Caucusses” der Demokraten setzte sich dort an diesem Samstag in Nevada in einem Kopf-an-Kopf-Rennen Hillary Clinton durch. Nach einer wilden Aufholjagd ihres linken Herausforderers Bernie Sanders behielt sie am Ende mit 53 zu 47 Prozent die Nase vorn.

Für Sanders ist die Niederlage ein schwerer Rückschlag. Während er bei den Latinos 53 Prozent der Stimmen holte, schnitt er bei den Afro-Amerikanern ausgesprochen schwach ab. Letzteres lässt wenig Gutes für die demokratischen Primaries am kommenden Wochenende in South Carolina erwarten, wo große Teile der Wählerschaft schwarz sind. 

Eine Übersicht über die bisherigen Wahlergebnisse der Demokraten:

Wer sind die Kandidaten eigentlich? Wofür stehen sie? Hier ist eine Übersicht.

 

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erstellt am 21.Feb.2016 | 13:13 Uhr

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