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Politik

16. August 2017 | 22:01 Uhr

Unter Freunden?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein deutscher Besucher in Amerika kann schon einmal erschrecken, wenn ihn die Verkäuferin im Drugstore mit „honey“ anspricht. Der Kunde muss die Bezeichnung „Mein Süßer“ nicht als Einladung für den Abend deuten. Ähnlich wie in Skandinavien ist auch in angelsächsischen Ländern die Anrede deutlich weniger formal als hierzulande. Das dort übliche „you“ macht die in Deutschland übliche Trennung in „Du“ und „Sie“ nicht nur überflüssig, sondern ist auch Ausgangspunkt für schnelle Steigerungen zum „darling“ oder gar „honey“. Im politischen Betrieb herrschen dagegen deutlich weniger vertrauliche Sprachsitten. Das gilt auch für den Umgang in der neuen Berliner Koalition. „Bild“ hat die fähigsten journalistischen Spürnasen ausgeschickt und ermittelt, wie sich die Teilnehmer der „Groko“ anreden. Nur so viel vorweg: Zärtlichkeiten sind leider nicht bekannt geworden. Nur eine klitzekleine Überraschung: Vizekanzler Gabriel und Agrarminister Friedrich haben Duz-Freundschaft geschlossen. Wann und in welcher Form ist nicht überliefert. Möglicherweise neulich beim Rotwein am flackernden Kamin auf Schloss Meseberg. Bisher ist dies offenbar die einzige parteiübergreifende Duz-Beziehung im Kabinett. Ansonsten ist die vertrauliche Anrede auf die jeweiligen Parteifreunde beschränkt. Bei der SPD ohnehin auf genossenschaftlicher Grundlage, bei der Union ein wenig eingeschränkt. Den Finanzminister und die Bildungsministerin siezt die Kanzlerin nach wie vor. Bei Schäuble mögen es Alter und Respekt sein, Johanna Wanka könnte noch nicht die volle Gunst der Chefin erreicht haben, weil sie deren Vertraute (Dr.) Schavan ersetzt hat.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 11:54 Uhr

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