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Politik

21. August 2017 | 11:10 Uhr

Unsichere Aussichten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Russland erwägt Importstopp für westliche Autos

Der Schlagabtausch geht weiter. Sollte der Westen die Sanktionen gegen Russland verschärfen, dann könnte der Kreml womöglich die Einfuhr von westlichen Autos verbieten. Das dürfte die deutschen Autobauer zunächst nur wenig stören, gerade die Premium-Hersteller nicht, die zwei bis drei Prozent ihrer Produkte nach Russland verkaufen. Vor allem aber produzieren die meisten von ihnen wegen der mit 30 Prozent sehr hohen Importzölle ohnehin schon in Russland. Nur etwa 130 000 Fahrzeuge werden tatsächlich von Russland importiert. Das sind dann die Luxuskarossen wie etwa die S-Klasse von Mercedes oder die großen Fahrzeuge von Porsche. Die werden von den russischen Oligarchen gern gefahren – Wladimir Putin würde mit einem Einfuhrverbot also seine Freunde treffen.

Was die deutschen Autobauer dagegen empfindlich beeinträchtigen könnte und wird, ist die weitere Verunsicherung, die aus einem solchen Schritt entsteht: Wenn die Lage sich weiter verschärft, dann drückt das auf die Stimmung, dann lässt das die Nachfrage weltweit einbrechen. Um die Konjunktur ist es zumindest in Europa noch nicht so rosig bestellt. Eine solche Eintrübung der Stimmung wirkt sich darüber hinaus auch auf andere Wirtschaftsbereiche aus, natürlich auch auf Deutschlands Vorzeige-Industrie.

Außerdem dürfte eine Verschärfung der Sanktionen das Klima der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland empfindlich stören. Das gilt für die staatliche Zusammenarbeit ebenso wie für die schon vor Ort produzierenden Firmen und natürlich für jene Zulieferer, die vielleicht schon über mögliche Investitionspläne in Russland nachgedacht haben. Sie werden jetzt wohl wenig Drang verspüren, solche Pläne weiter zu verfolgen. Zu unsicher sind die Aussichten.

Außerdem bricht der Autoindustrie der letzte große Wachstumsmarkt in Europa weg. Das alles wären dann mittelfristig doch schlechte Aussichten für die Autobranche in Deutschland. Auch deshalb sollte eine politische Lösung des Ukraine-Konflikts schnell vorangetrieben werden.

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erstellt am 18.Aug.2014 | 16:00 Uhr

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