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Plagiatsaffäre : Uni Hannover entscheidet: Verliert Ursula von der Leyen ihren Doktortitel?

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Fast ein halbes Jahr hat die Uni Hannover die Doktorarbeit Ursula von der Leyens geprüft. Jetzt fällt die Entscheidung.

Hannover | In der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll an diesem Mittwoch eine Entscheidung fallen. Der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) will abschließend darüber beraten, ob von der Leyen der Doktortitel entzogen wird. Das teilte die MHH in Hannover mit. Die entscheidende Sitzung beginnt um 14.15 Uhr. Für den Abend (18 Uhr) wurde eine Pressekonferenz angekündigt.

Von der Leyen hält sich in den USA auf. Am Mittwochabend soll sie eine Rede an der Universität Stanford halten, wo sie in den 90er Jahren als Gasthörerin Veranstaltungen besuchte.

Plagiatsjäger werfen von der Leyen schwere Regelverstöße in ihrer 1990 erschienenen medizinischen Doktorarbeit vor. Auf der Internetseite Vroniplag Wiki ist von Plagiatsfundstellen auf 27 von 62 Seiten der Dissertation die Rede. Von der Leyen streitet die Vorwürfe ab. Sie selbst bat ihre frühere Hochschule im August um eine Überprüfung der Arbeit.

 

In der Vergangenheit sahen sich mehrere Politiker mit Plagiatsaffären konfrontiert. So trat zum Beispiel Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) 2011 kurz nach Entzug seines Doktortitels zurück.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich unmittelbar vor der Veröffentlichung des Entscheids in der Plagiatsaffäre um Ursula von der Leyen (beide CDU) hinter die Verteidigungsministerin gestellt. Auf die Frage, ob die Ministerin auch ohne Doktortitel noch das Vertrauen der Kanzlerin habe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin: „Selbstverständlich. Die Ministerin ist eine hervorragende Verteidigungsministerin, was man gerade in diesen Tagen wieder beim Zustandekommen der Nato-Aktivitäten in der Ägäis gesehen hat.“

Die Uni Hannover hat die Doktorarbeit von der Leyens, die nur 62 Seiten umfasst, ein halbes Jahr geprüft. Der Abschlussbericht liegt nun vor. Nach den Regularien der Uni muss er zeitgleich mit der Hochschulleitung auch den Betroffenen zugeleitet werden. Das heißt, auch von der Leyen müsste ihn schon kennen.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 14:13 Uhr

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