Öffentliche Sicherheit in der Flüchtlingskrise : Ungarn schließt Eisenbahn-Grenzübergänge zu Kroatien

Stacheldraht, Grenzkontrollen, gesperrte Bahnlinien ins Nachbarland: Ungarn schottet sich in der Flüchtlingskrise immer weiter ab.
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Stacheldraht, Grenzkontrollen, gesperrte Bahnlinien ins Nachbarland: Ungarn schottet sich in der Flüchtlingskrise immer weiter ab.

Die Schließung ist zunächst auf 30 Tage befristet. Eine offizielle Begründung gibt es nicht.

shz.de von
19. Februar 2016, 10:24 Uhr

Budapest | Ungarn schließt ab diesem Sonntag seine drei Eisenbahn-Grenzübergänge zum EU-Nachbarn Kroatien. Dies berichteten ungarische Medien am Freitag. Die Schließung sei vorerst auf 30 Tage befristet und erfolge „im Interesse der öffentlichen Sicherheit“, heißt es in der Verordnung des ungarischen Innenministers Sandor Pinter, die am Vortag im Amtsblatt veröffentlicht worden war. Eine nähere Begründung enthält das Dokument nicht.

Europa macht sich seit längerem Sorgen um die politische Entwicklung Ungarns unter Premier Victor Orban. Lange galt das Land als wichtiger Fürsprecher der Minderheiten Europas. Doch der Wind hat sich gedreht – nicht erst seit Beginn der Flüchtlingskrise.

Betroffen sind die Eisenbahn-Grenzübergänge Murakeresztur-Kotoriba,  Gyekenyes-Koprivnica und Magyarboly-Beli Manastir. Ungarn schottet sich mit Zäunen an seiner Südgrenze gegen Flüchtlinge ab. Auch an der Landgrenze zu Kroatien befinden sich Sperranlagen. Zum Teil markieren die Flüsse Mur und Drau die Grenze.

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