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Frankreich : Unbekannter schändet Grab von Ex-Präsident Charles de Gaulle

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In Frankreich herrscht nach der Tat Empörung. Ein politisches Motiv wird weitgehend ausgeschlossen.

Colombey-les-deux-Eglises | Ein Unbekannter hat das Grab von Frankreichs Ex-Präsident Charles de Gaulle geschändet. Der Mann sei am späteren Samstagnachmittag im nordfranzösischen Colombey-les-deux-Eglises auf das Grab gestiegen und habe mit zwei Tritten das etwa eineinhalb Meter hohe Kreuz abgebrochen, meldeten französische Medien unter Berufung auf die örtlichen Behörden.

Jedes Jahr pilgern rund 100.000 Menschen zum Grab des früheren Staatschefs. De Gaulle hatte im Zweiten Weltkrieg den französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer angeführt. Er gründete 1958 die Fünfte Republik, deren Präsident er dann wurde. Er war Staatschef bis 1969, starb ein Jahr später. In Frankreich wird am 27. Mai der Nationale Tag des Widerstands gefeiert.

Frankreichs Spitzenpolitiker reagierten empört. De Gaulle sei den Franzosen heilig, erklärte das Präsidentschaftsamt am Sonntag. Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy sieht in dem Vandalismus eine Beschimpfung Frankreichs und seiner Werte, wie der Konservative auf Twitter schrieb.

 

Auch Premierminister Edouard Philippe brachte auf dem Kurznachrichtendienst seine Betroffenheit zum Ausdruck. Die Grabverwüstung sei ein Angriff auf Frankreich.

 

Über die Hintergründe der Tat oder den Täter gab es zunächst keine genaueren Angaben. Ein politisches Motiv wurde jedoch weitgehend ausgeschlossen, da das Grab nicht mit Parolen und Graffiti beschmiert worden sei. Es sei zu keinen weiteren Verwüstungen gekommen, auch die Gruft sei nicht beschädigt worden, meldeten Medien am Sonntag unter Berufung auf den zuständigen Staatsanwalt. Da das Grabmal unter dauerhafter Videoüberwachung steht, wurden Uhrzeit und Tatablauf festgehalten. Der Mann war nicht maskiert. 

Der Bürgermeister von Colombey-les-deux-Eglises, Pascal Babouot, sprach im Radiosender „France Info“ von einem „merkwürdigen Individuum“, das Flaggen habe stehlen wollen. Die Polizei geht indes von einem Mittäter aus, der im Auto gewartet haben soll.

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erstellt am 28.Mai.2017 | 13:49 Uhr

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