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Evakuierung von Ost-Aleppo : UN-Sicherheitsrat stimmt über Entsendung von Beobachtern nach Syrien ab

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Bei winterlichen Temperaturen harren Zehntausende Menschen im von Regierungstruppen belagerten Osten Aleppos aus. Noch ist unklar, wie viele Menschen die katastrophalen Umstände überstehen können.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2016 | 08:20 Uhr

Aleppo | Der UN-Sicherheitsrat will am Montag und damit einen Tag später als zunächst geplant über die Entsendung von Beobachtern in die umkämpfte syrische Stadt Aleppo entscheiden. Am Sonntag war die Abstimmung nach einer russischen Veto-Drohung und mehr als drei Stunden Verhandlung hinter verschlossenen Türen verschoben worden. Russland hatte zuvor damit gedroht, eine von Frankreich eingebrachte Resolution, die Zugang für neutrale UN-Beobachter und humanitäre Hilfe fordert, zu blockieren, und einen Gegenentwurf eingebracht. Hinter verschlossenen Türen habe man dann „konstruktiv“ an einem gemeinsamen Text gearbeitet, hieß es.

Für die Menschen aus Aleppo ist es jetzt lebenswichtig, dass humanitäre Organisationen dauerhaften Zugang zur Stadt erhalten. Die Not ist in den Wintermonaten besonders groß.

Derweil wurde in der Nacht zu Montag die Evakuierung der Rebellengebiete im Osten von Aleppo wieder aufgenommen, wie es von offizieller syrischer Seite hieß. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge verließen seitdem 65 Busse die Rebellengebiete und brachten rund 3500 Menschen in das Umland südwestlich der Stadt.

Am Sonntag hatte sich der geplante Abtransport Tausender Menschen trotz einer Vereinbarung zunächst verzögert. Offensichtlich hatte ein Angriff auf einige Busse in der Nachbarprovinz Idlib den Deal torpediert.

Es wird davon ausgegangen, dass sich noch mehrere Zehntausend Menschen, Rebellen und Zivilisten, in dem seit Monaten von Regierungstruppen belagerten Osten der Großstadt aufhalten. Die Rebellengebiete dort waren in den vergangenen Wochen nach heftigen Luftangriffen fast vollständig vom syrischen Regime mit Hilfe seiner Verbündeten Russland und Iran erobert worden.

Dieses Facebook-Video zeigt den Angaben zufolge Aufnahmen des Syrischen Filmemachers Waad Al Kateab in einem Krankenhaus in Aleppo.

Regierungskreise hatten zuvor von einer neuen Vereinbarung zwischen der syrischen Führung und den Rebellen berichtet. Zehn Busse haben die ersten Zivilisten aus den beiden von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja im Nordwesten Syriens gebracht. Die Fahrzeuge seien am Morgen in der nordsyrischen Stadt Aleppo angekommen, meldeten regierungsnahe Medien. An Bord waren rund 500 Menschen, darunter Frauen, Kinder, Kranke und Verletzte, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Im Laufe des Tages sollten weitere Menschen aus den beiden Orten gebracht werden.

Syriens Führung und Vertreter der Opposition hatten sich zuvor auf die teilweise Evakuierung der beiden vor allem von Schiiten bewohnten Orte geeinigt. Sie erfolgt im Gegenzug für den Abzug von Kämpfern und Zivilsten aus den letzten Rebellengebieten im Osten der lange umkämpften Stadt Aleppo. Der mit Syrien verbündete schiitische Iran hatte gefordert, dass auch die Belagerung von Fua und Kafraja aufgehoben werden müsse.

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