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Bürgerkrieg im Jemen : UN: Konfliktparteien wollen neue Friedensgespräche

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Seit Monaten herrscht Krieg im Jemen. Jetzt soll in neuen Gespräche eine Waffenruhe erreicht werden.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2015 | 07:52 Uhr

New York/Riad | Die Konfliktparteien im jemenitischen Bürgerkrieg haben sich nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) auf neue Friedensgespräche verständigt. Die Unterredungen sollten in der kommenden Woche in der Region beginnen, teilte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, am Donnerstag in New York mit. Ort und Zeitpunkt sollen demnach in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. Der UN-Sondergesandte rief die Teilnehmer auf, sich konstruktiv an den Gesprächen zu beteiligen.

Der Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel gehört zu den ärmsten Ländern der Region. Die UN haben vor einer schweren Hungersnot in dem Land gewarnt. Dort leben rund 26 Millionen Menschen.

Eines der Hauptziele der Verhandlungen sei es, eine Waffenruhe zu erreichen. Im Juni waren Friedensgespräche unter UN-Vermittlung ohne Einigung auf eine Feuerpause beendet worden.

In dem südarabischen Land kämpfen schiitische Huthi-Rebellen mit ihren Verbündeten seit Monaten gegen Anhänger des sunnitischen Exilpräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der Ende März nach Saudi-Arabien geflohen war. Seither fliegt ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis regelmäßig Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen.

Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass der Verbund eine Bodenoffensive zur Befreiung Sanaas vorbereitet. Die Hauptstadt wird von den Huthis kontrolliert.

Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

Jemens Präsident Hadi

Abed Rabbo Mansur Hadi gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

 

Saudi-Arabien

Das Land hat als reichster Golfstaat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Ende März fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

Iran

Der Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

Jemens Ex-Präsident Saleh

Ali Abdullah Saleh schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

Jemens Ex-Staatschef Ali Abdullah Saleh
Jemens Ex-Staatschef Ali Abdullah Saleh. Foto:Imago/xinhua

 

Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP)

AQAP ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

 
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