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UN : UN-Bericht: Klima wird weltweit extremer

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Deutlich mehr Extremwetterlagen kommen dem neuen Weltklimareport zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts auf viele Teile der Welt zu. Nordamerika muss sich demnach auf mehr verheerende Überschwemmungen bei Hurrikans gefasst machen.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 06:43 Uhr

Auch an der Ostküste Afrikas und in weiten Teilen Asiens drohten extreme Regenfälle, im Süden Afrikas hingegen Dürren. Das stellte der UN-Klimarat in der ausführlichen Fassung seines Berichtes klar, dessen erster Teil am Montag veröffentlicht wurde. Eine Kurzfassung hatten die Forscher bereits am Freitag in Stockholm präsentiert. Spezielle Daten für Deutschland liefert der Report nicht, geht aber auf Europa ein.

So werde die Lufttemperatur auch in Europa bis zum Ende des Jahrhunderts steigen, vor allem aber die Zahl besonders heißer Tage, warnt der Weltklimarat. Frost-Tage sollen vor allem in den nördlicheren Ländern Europas auf dem Rückzug sein. Dagegen rechnen die Experten im Süden künftig mit noch größerer Trockenheit im Sommer. Schon am Freitag hatten die Wissenschaftler angekündigt, dass feuchtere Regionen auf der Welt künftig mit mehr Niederschlägen und trockenere mit noch weniger rechnen müssten.

Auch in Deutschland ist Prognosen zufolge bei einem ungebremsten Klimawandel mit einer Zunahme von Wetterextremen zu rechnen. Dazu gehörten Hitzewellen, aber auch massivere Wintereinbrüche, sagte der Potsdamer Klimaforscher Anders Levermann, der maßgeblich am Weltklimabericht mitgearbeitet hat, der Nachrichtenagentur dpa. Im Hinblick auf die dünnen Informationen zu Deutschland im aktuellen Report sprach Hauptautor Ulrich Cubasch aber von «briefmarkengroßen Bildern», die man mit der Lupe ansehen müsse.

Dramatischer als in Europa wirkt sich der Klimawandel nach den Recherchen auf andere Teile der Welt aus. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich Afrika im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter erwärmen wird, heißt es in dem Bericht. In vielen Regionen Asiens und Afrikas könnten die Heftigkeit und Häufigkeit von Wetterextremen wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürren zunehmen.

Eisdecken würden in Zukunft überall auf der Welt spürbar dünner werden, sagte Thomas Stocker, koordinierender Hauptautor der Arbeitsgruppe 1. «Wir beobachten in der Arktis ein noch nie dagewesenes Schmelzen, und wir reden hier nicht über ein paar Jahre, sondern einen langfristigen Trend.»

Auch mit Blick auf die biologische Vielfalt warnen die Wissenschaftler im Sachstandsbericht vor den Folgen des Klimawandels - gerade das Leben im Wasser sei bedroht. «Die zunehmende Versauerung der Meere kann sich auf das gesamte Nahrungsnetz und die Artenzusammensetzung im Meer auswirken», befürchtet die Umweltorganisation WWF. Deren Direktor für Europäische Klima- und Energiepolitik, Stephan Singer, beklagte, dass die Ozeanversauerung kaum im Fokus stehe, «weil dort keine Menschen leben».

Der erste Teil des 5. Klimaberichts behandelt die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. 259 Hauptautoren haben dafür in den vergangenen vier Jahren Tausende Studien ausgewertet. Teil 2 und 3 des Reports beschäftigen sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und den politischen Möglichkeiten, ihn zu bremsen. Sie werden 2014 in Japan und Berlin präsentiert.

Kurzfassung 5. Klimareport Teil 1

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