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Atommüll : Umweltministerin Hendricks: AKW Brokdorf soll Castoren-Lager werden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Barbara Hendricks will zurückkehrende Nuklear-Behälter auf vier Bundesländer verteilen. Ist das das Ende des Streits um die Zwischenlagerung?

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2015 | 20:51 Uhr

Berlin/Brokdorf | Im Streit um die Zwischenlagerung von Atommüll hat sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks entschieden: Sie will die 26 Castor-Behälter, die ab 2017 nach Deutschland zurückkehren, auf vier Zwischenlager in vier Bundesländern verteilen – darunter Brokdorf in Schleswig-Holstein. Wie Hendricks’ Staatssekretär und SPD-Parteifreund Florian Pronold auf eine Anfrage der Grünen antwortet, würden die Behälter „in voraussichtlich vier Transportkampagnen zurückgeführt“ und „auf Zwischenlager in verschiedenen Bundesländern verteilt“.

Ländernamen nennt Pronold zwar nicht. Doch steht schon länger fest, dass die fünf Castor-Behälter, die aus dem französischen La Hague zurückkehren, nach Philippsburg in Baden-Württemberg kommen. Die restlichen 21 aus der Wiederaufbereitung im britischen Sellafield sollen nach Informationen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) nach Brokdorf, nach Biblis in Hessen und nach Landshut oder Grafenrheinfeld in Bayern gebracht werden – voraussichtlich je sieben an jeden Standort. Darauf hat Hendricks sich mit den vier Atomkonzernen in Deutschland geeinigt. Letzte Details will sie am Freitag oder spätestens nächste Woche verkünden.

Ob Bayerns Regierung die Pläne akzeptiert, ist allerdings fraglich: Sie lehnt es bisher ab, Castoren im Land zwischenzulagern. Hessen dagegen hat zumindest seine „grundsätzliche Bereitschaft“ erklärt. Und Schleswig-Holsteins grüner Umweltminister Robert Habeck hat sogar ebenso wie sein baden-württembergischer Kollege wiederholt angeboten, einen Teil der Castoren aufzunehmen – vorausgesetzt, noch ein drittes Land macht mit.

Allerdings gab Habeck am Donnerstag auch zu bedenken, dass der Platz im Zwischenlager Brokdorf knapp werden könnte, weil das Zwischenlager im benachbarten Brunsbüttel keine Betriebserlaubnis mehr hat. Sollten daher die Brennstäbe aus dem stillgelegten Reaktor in Brunsbüttel und dem dortigen Zwischenlager ebenfalls in Castoren nach Brokdorf umziehen müssen, werde es eng. Ob dann in Brokdorf noch Platz für sieben Behälter aus Sellafield sei, lasse sich „derzeit nicht mit Sicherheit sagen“, erklärte Habeck und betonte: „Vorrang hat für uns der Rückbau von Brunsbüttel.“

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