Minikameras im Auto : Umfrage: Mehrheit der Deutschen begrüßt Zulässigkeit von Dashcams

<p>Am Dienstag hatte der BGH in Karlsruhe entschieden, dass Aufnahmen von Dashcams bei Unfällen als Beweis vor Gericht verwendet werden können. </p>

Am Dienstag hatte der BGH in Karlsruhe entschieden, dass Aufnahmen von Dashcams bei Unfällen als Beweis vor Gericht verwendet werden können.

Aufnahmen von Minikameras in Fahrzeugen sind als Beweismittel vor Gericht zulässig. Das begrüßen die Deutschen.

shz.de von
19. Mai 2018, 15:39 Uhr

Hamburg | Die große Mehrheit der Deutschen (78 Prozent) begrüßt die neue Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH), dass Aufnahmen von Minikameras als Beweismittel zugelassen sind. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag von mobile.de, an der 1023 Personen teilgenommen haben.

Am Dienstag hatte der BGH in Karlsruhe entschieden, dass Aufnahmen von Auto-Minikameras bei Unfällen als Beweis vor Gericht verwendet werden können (VI ZR 233/17). Das heißt aber nicht, dass man automatisch immer filmen darf. Die Richter verwiesen auf das Datenschutzgesetz. Das permanente Aufzeichnen bleibt nach wie vor unzulässig.

Großteil glaubt nicht, dass sich das Fahrverhalten ändert

Die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer kann sich zudem vorstellen, Dashcams als Ausstattungselement im Auto einbauen zu lassen, 30 Prozent antworteten auf diese Frage mit "Vielleicht", 14 Prozent mit "Nein". Allerdings glaubt die Mehrheit  (54 Prozent) nicht daran, dass sich das eigene Fahrverhalten oder das der anderen Teilnehmer nach dem BGH-Urteil ändern wird. Vier Prozent gaben an, ihr eigenes Fahrverhalten ändern zu wollen, 12 Prozent glauben, dass die anderen Verkehrsteilnehmer ihr Fahrverhalten ändern werden.

 

Lediglich sieben Prozent der Befragten sehen die Entscheidung aus Karlsruhe kritisch. Die Frage nach Versicherungsnachlässen für die Benutzung von Dashcams beantworteten 57 Prozent mit "Ja" oder "eher Ja".

Autofahrer aus Sachsen hatte geklagt

Mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs hatte die Revision eines Autofahrers aus Sachsen-Anhalt Erfolg. Er wollte seine Unschuld an einem Unfall in Magdeburg anhand der Aufzeichnungen seiner Dashcam beweisen – doch weder das Amts- noch das Landgericht berücksichtigten diese, da sie bislang gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstießen.

Bislang fuhren - anderes als beispielsweise in Russland - erst wenige Autofahrer in Deutschland mit den kleinen Kameras an Windschutzscheibe oder Armaturenbrett herum. Das könnte sich jetzt ändern.

(mit dpa)

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