Ulf Kämpfer erobert Kieler Rathaus im ersten Anlauf

Strahlender Sieger: Ulf Kämpfer tritt die Nachfolge Susanne Gaschkes an.
Strahlender Sieger: Ulf Kämpfer tritt die Nachfolge Susanne Gaschkes an.

SPD-Kandidat triumphiert bei der Oberbürgermeisterwahl mit 63,1 Prozent der Stimmen

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23. März 2014, 14:56 Uhr

Die SPD hat die Oberbürgermeisterwahl in Kiel gewonnen. Ihr auch von Grünen und SSW unterstützter Kandidat Ulf Kämpfer (41) setzte sich gestern im ersten Wahlgang gegen den CDU-Konkurrenten Stefan Kruber (37) durch. Auf Kämpfer entfielen 63,1 Prozent der Stimmen, auf den Juristen und auch von der FDP unterstützten Chef der CDU-Ratsfraktion 28,3 Prozent. Der als Außenseiter ins Rennen gestartete Einzelbewerber Detlef Hackethal holte 8,6 Prozent.

Der Sieg des Staatssekretärs im Kieler Umweltministerium in der traditionellen SPD-Hochburg fiel in der Höhe überraschend deutlich aus. Kämpfers Vorgängerin Susanne Gaschke (SPD) war im Zuge eines umstrittenen Steuerdeals im Oktober 2013 nach nicht einmal einem Jahr Amtszeit zurückgetreten.

SPD-Landeschef Ralf Stegner sprach von einem „fulminanten“ Sieg Kämpfers. „Nach turbulenten Zeiten im Kieler Rathaus“ bekomme Kiel einen „Verwaltungschef mit einem Gefühl für die Chancen und Potenziale der Landeshauptstadt. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sprach von einem „großartigen Ergebnis“. Kämpfer, der sein Amt im Mai antreten wird, dankte für den „ganz, ganz großen Vertrauensvorschuss“.

CDU-Landesvorstandsmitglied Hans-Jörn Arp attestierte dem unterlegenen Kruber, einen „guten Wahlkampf gemacht“ zu haben. Bedeutsame Kieler Themen wie die Verschuldung der Stadt seien jedoch überlagert gewesen durch die Debatte um die Ansiedlung eines Möbelhauses. Kruber selbst gratulierte Kämpfer zu dessen Erfolg. Wer in Kiel für die Union antrete, müsse mit einer Niederlage rechnen, sagte Kruber. Der FDP-Fraktionschef in der Kieler Ratsversammlung, Hubertus Hencke, sprach von einem „vernichtenden Ergebnis“ für den Kandidaten von CDU und FDP.

Die Wahlbeteiligung lag mit deutlich über 45 Prozent über der früherer Direktwahlen. Als Grund gilt der gleichzeitig stattgefundene Bürgerentscheid über die Ansiedlung eines Möbelhauses in Kiel. 52,5 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich für die Fortsetzung der begonnenen Planungen ab. Mit dem Projekt sollen 250 Arbeitsplätze entstehen.

Unklar war zunächst, wen der Grüne Umweltminister Robert Habeck zum Nachfolger für seinen bisherigen Staatssekretär berufen wird. Habecks für Energiefragen zuständige Staatssekretärin Ingrid Nestle befindet sich derzeit im Mutterschutz. Seiten 3 und 14 / Kommentar Seite 2

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