Nach Krim-Abstimmung : Ukrainische Marinebasis von Pro-Russen besetzt

Moskau schafft Fakten. Und für das ukrainische Militär auf der Krim wird die Lage brenzlig. Der Anschluss der Krim soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden.

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19. März 2014, 10:43 Uhr

Sewastopol | Auf der Krim sind prorussische Uniformierte auf das Gelände des Hauptquartiers der ukrainischen Marine in Sewastopol vorgedrungen. Mitglieder der „Selbstverteidigungskräfte“ hätten die ukrainischen Offiziere herausgeleitet, berichtete das örtliche Internetportal sevastopol.su am Mittwoch. Es habe keine Verletzten gegeben. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Die moskautreue Krim-Führung hatte die ukrainischen Soldaten auf der Halbinsel zum Seitenwechsel aufgefordert.

Der Oberkommandeur der in Sewastopol stationierten russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, verhandelte über eine friedliche Übergabe des Hauptquartiers. Nach dem Ende der Gespräche habe er einen Kommentar verweigert, meldete die Agentur Interfax. Dutzende zum Teil Maskierte hissten zu den Klängen der russischen Nationalhymne auf dem Gelände die russische Flagge. Davor war eine Menschenmenge.

Medien in Kiew berichteten, unter den Angreifern seien auch Frauen. Zuvor hatte das ukrainische Verteidigungsministerium die Erlaubnis zum Waffeneinsatz zur Selbstverteidigung erteilt.

Moskau vollzieht nach Unterzeichnung des umstrittenen Vertrags über den Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel die nächsten Schritte. Der Vertrag ging im Verfassungsgericht in St. Peterburg zur Prüfung ein. Anschließend sollen die Staatsduma und der Föderationsrat das am Dienstag von Kremlchef Wladimir Putin und der prorussischen Krim-Führung in Moskau unterzeichnete Dokument ratifizieren.

Die Ukraine, zu der die Krim völkerrechtlich gehört, sowie der Westen werfen Russland einen eklatanten Bruch internationalen Rechts vor. Die EU und die USA wollen ihre Sanktionen weiter verschärfen. Medien zufolge will Russland den Anschluss der Krim noch in dieser Woche juristisch abschließen.

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