Journalisten-Mord : Ukraine macht Russland für Tod von Kremlkritiker verantwortlich

Der regierungskritische russische Journalist und Kriegsreporter Arkadi Babtschenko ist in Kiew erschossen worden.

Der regierungskritische russische Journalist und Kriegsreporter Arkadi Babtschenko ist in Kiew erschossen worden.

Arkadi Babtschenko wurde in seiner Kiewer Wohnung erschossen. Russland wehrt sich gegen erste Anschuldigungen.

shz.de von
30. Mai 2018, 11:04 Uhr

Kiew | Der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman macht Moskau verantwortlich für den Mord an dem kremlkritischen russischen Journalisten Arkadi Babtschenko in Kiew. „Ich bin überzeugt, dass die russische totalitäre Maschinerie ihm seine Ehrlichkeit und Prinzipientreue nicht verziehen hat“, schrieb Groisman auf Facebook. Die Suche der ukrainischen Polizei nach dem Täter verlief bis Mittwochmittag ergebnislos.

Der im ukrainischen Exil lebende Journalist und Schriftsteller war am Dienstag vor seiner Kiewer Wohnung von einem Unbekannten erschossen worden. Er hatte in seinen Artikeln die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland und den verdeckten russischen Krieg in der Ostukraine kritisiert. Der Fall gehört zu einer Kette ungeklärter Morde an russischen Dissidenten in der Ukraine.

Es sei traurigerweise Mode geworden, nach solchen Vorfällen sofort Russland zu beschuldigen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Das liege daran, dass sich die Ukraine „einer völligen Straffreiheit seitens ihrer westlichen Aufpasser“ erfreue, unterstellte er.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim Besuch in der Ukraine die Ermordung scharf verurteilt. Er forderte am Mittwoch in Kiew eine umfassende Aufklärung und sagte: „Wir müssen Bedingungen schaffen, dass Journalisten überall auf der Welt ihre Arbeit ohne Gefahr für Leib und Leben verrichten können.“

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