Uhren – Sparbuch am Arm

shz.de von
24. September 2014, 12:04 Uhr

Zeige mir deine Uhr, und ich sage dir, wer du bist. Einige Uhren bringen ihren Trägern mächtigen Ärger. Etwa Ex-Karstadt-Chef Middelhoff. Einst jonglierte er mit Millionen, dann nahm ihm der Gerichtsvollzieher seine goldene „Piaget“ ab. Wert: 20 000 Euro. Zurzeit wird sie im Internet versteigert. Fußball-Funktionär Rummenigge wurde vom Zoll gleich mit zwei Rolex-Uhren erwischt. Diese Marke zeigt auch den im Rotlicht-Milieu Tätigen die Zeit an. Verständlich, dass der ehemalige Siemens-Chef Klaus Kleinfeld das ebenso teure wie anrüchige Schmuckstück vom Foto retuschieren ließ. Nach dem Motto kleine Geschenke stärken die Freundschaft ließ die brasilianische Fifa-Spitze für mehr als eine Million Euro Uhren an ihr ehrenamtliches Personal verteilen. Als die Sache ruchbar wurde, gaben einige die Aufmerksamkeit reumütig zurück. Darunter Ex-DFB-Boss Zwanziger. Seine Begründung: Er habe gar nicht richtig ins Etui geblickt. Was macht Uhren so attraktiv? Sie verdienen ihren guten Ruf doch wirklich nicht. Schließlich sind sie es, die mit jeder Sekunde an die Vergänglichkeit erinnern. Die goldene ebenso exakt wie die Plastik-Ausführung.

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