zur Navigation springen

Überflüssige Erinnerungsstücke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Souvenirs, Souvenirs, kauft ihr Leute, kauft sie ein…“ Der gute alte Bill Ramsey hat ihnen ein musikalisches Denkmal gesetzt. Er würdigt den Kamm von Picasso ebenso wie den Verschluss von Gina Lollobrigidas Bluse. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich auch größere Erinnerungsstücke kaufen – wie in Chicago für zwei Millionen Dollar die Villa von Mafiaboss Al Capone. Das ist jedenfalls ein sinnvolles Souvenir. Aber was soll man mit den Fäustlingen des Ex-Weltmeisters Mohammed Ali anfangen, die gerade für 838 000 Dollar ersteigert worden sind? Sie nutzen nichts zur Beilegung des Streits mit dem Nachbarn und wirken als Wandschmuck aufschneiderisch.

Apropos aufschneiden. Der neue New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio hat neulich in einem Restaurant eine Pizza gegessen. Wie es sich gehört mit Hilfe einer Gabel. Die fand umgehend für 2500 Dollar einen Käufer. Verrückt, kann man sagen. Doch normalerweise isst der Amerikaner die Pizza aus der Hand, was der demokratische Politiker mit italienischen Vorfahren offenbar noch nicht mitbekommen hat. Daher soll die missbrauchte Gabel öffentlich zur Schau gestellt werden und an den Fauxpas des Bürgermeisters erinnern. Ja, diese komischen Amis. Doch wer sich in seiner Wohnung umblickt, merkt schnell, dass er im Glashaus sitzt und vorsichtig lästern sollte. Der Läufer erinnert an den Urlaub in Tunesien, die bunt bemalte Maske schnitzte ein Nepalese, das Daumenklavier aus Botswana, und das Zebrafell ist das mit Abstand peinlichste Erinnerungsstück an eine Afrika-Safari.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Feb.2014 | 12:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert