Thyssen Krupp Marine Systems : U-Boot-Deal mit Israel: Netanjahus Anwalt sollte Millionen erhalten

Ein U-Boot in der Werft von Thyssen Krupp Marine Systems in Kiel.

Ein U-Boot in der Werft von Thyssen Krupp Marine Systems in Kiel.

Es geht um Korruption – und um drei U-Boote aus Kiel.

shz.de von
31. Juli 2017, 11:24 Uhr

Jerusalem | Der persönliche Rechtsberater des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu soll nach Medienberichten im geplanten U-Boot-Geschäft mit ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) eine Kommission in Millionenhöhe in Aussicht gehabt haben. David Schimron, der auch ein Verwandter Netanjahus ist, hätte bei Abschluss des Geschäfts eine Kommission von rund 20 Prozent der Vermittlungsgebühr von insgesamt 45 Millionen Dollar (38,3 Millionen Euro) erhalten sollen, berichteten israelische Medien am Montag. Dabei handele es sich um 9 Millionen Dollar (7,7 Millionen Euro).

Bei dem nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums 1,8 Milliarden Euro umfassenden Geschäft ging es um drei U-Boote von TKMS in Kiel. Außerdem hatte Israel 2015 einen Vertrag zum Kauf von vier Korvetten abgeschlossen. Netanjahu selbst gilt nicht als Verdächtiger in der Affäre.

Im Gegenzug habe Schimron den Auftrag gehabt, bestimmte Klauseln in die Vereinbarung zwischen Deutschland und Israel einzufügen, berichtete der Fernsehsender Channel 10. Schimron habe die Angaben als „sehr weit von der Realität entfernt“ zurückgewiesen.

Die Medienberichte beruhen den Angaben zufolge auf der Aussage des früheren Vertriebspartners von ThyssenKrupp, Miki Ganor. Zuletzt war bekannt geworden, dass Ganor zum Kronzeugen bei den Ermittlungen in der Affäre geworden ist.

Schimron, der erneut von der Polizei befragt werden soll, hatte angegeben, er habe von Ganor lediglich Anwaltskosten erhalten. Ganor und Schimron gehören zu sieben Personen, die im Zuge von Korruptionsermittlungen festgenommen worden waren. Die Festnahmen erfolgten nach Polizeiangaben unter anderem wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Betrug. Einige der Personen stehen inzwischen unter Hausarrest.

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