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Präsidentschaftskandidat USA 2016 : TV-Debatte der Republikaner: Alle gegen Donald Trump

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Jeb Bush, Scott Walker und Rand Paul greifen Donald Trump direkt an. Knappe Siegerin der TV-Debatte ist Carly Fiorina.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2015 | 11:20 Uhr

New York | Die republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber wollen dem in Umfragen führenden Rivalen Donald Trump gemeinsam das Wasser abgraben. Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, Wisconsins Gouverneur Scott Walker und Kentuckys Senator Rand Paul griffen den Unternehmer in der zweiten TV-Debatte der Republikaner am Mittwochabend direkt an. „Wir wissen nicht, wer Sie sind und wohin Sie gehen“, sagte Walker in dem Schlagabtausch mit Trump, der seit mehreren Wochen die Umfragen anführt.

Am 8. November 2016 wird in den USA die 58. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika stattfinden. Formal werden an diesem Tag die Wahlmänner bestimmt, die ihre Stimmen für die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten abgeben. Die eigentliche Präsidentenwahl findet am 18. Dezember 2016 statt. Barack Obama kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.

Knappe Punktsiegerin der TV-Debatte: Carly Fiorina. In der durchchoreografierten TV-Debatte macht die ehemalige CEO von Hewlett-Packard bella figura, sammelt immer wieder reichlich Applaus. Einigen der graublauen Zehn um sie herum geht das sichtbar auf die Nerven. Fiorinas gusseisern mildes Lächeln ist schwer zu packen, die Multimillionärin mit großem Hang zum schönen Leben positioniert sich geschickt als die einzige andere Frau im Rennen gegen - Hillary Clinton. Sie bezeichnet Trump als „Entertainer“. Nach und nach würden im Wahlkampf aber alle entlarvt, warnt sie ihn. Besonders bei außenpolitischen Fragen beweist Fiorina Fachkenntnis.

Sie reagiert auch auf Beleidigungen Trumps über ihr Aussehen. „Ich glaube, die Frauen in diesem Land haben sehr genau gehört, was Herr Trump gesagt hat.“ Dem US-Magazin „Rolling Stone“ hatte der 69-Jährige gesagt: „Schau Dir das Gesicht an! Wird irgendjemand dafür stimmen? Kannst Du Dir das vorstellen, als Gesicht des nächsten Präsidenten?!“ Am Mittwoch lenkt er erneut ein und erklärt: „Ich finde, dass sie eine wunderschöne Frau ist.“ Trump fiel bereits häufiger durch seine frauenfeindlichen Aussagen auf. Er beleidigte Heidi Klum und eine TV-Journalistin.

Thema der vom Sender CNN veranstalteten Debatte im kalifornischen Simi Valley sind unter anderem der Konflikt in Syrien, der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie das Verhältnis zu Russland, China und dem Iran. Außerdem geht es um innenpolitische Fragen wie Mindestlohn, Steuern und Familienplanung.

Der nach wie vor eher blass wirkende Bush, der in Umfragen zuletzt deutlich an Boden verlor, sagt, er habe als Gouverneur von Florida verhindert, dass der milliardenschwere Baulöwe in dem Südstaat ein Kasino errichtet. Bush fordert auch eine Entschuldigung Trumps dafür, dass dieser seine aus Mexiko stammende Frau bei der Debatte um Einwanderung mit ins Spiel brachte.

Trump hat in der Runde der elf Kandidaten erneut Schwierigkeiten, sich zu außenpolitischen Fragen zu äußern. Er verweist dagegen darauf, dass er als Präsident zu vielen Staats- und Regierungschefs ein besseres Verhältnis haben würde als Amtsinhaber Barack Obama. Beim Thema Einwanderung bekräftigte Trump erneut, eine Grenzmauer bauen zu wollen. „Wir haben eine ganze Menge sehr böser Typen in diesem Land.“

Trump, der Multimilliardär, bezieht praktisch sämtliche Ratio aus seinen Geschäften. „Meine weltweiten Geschäfte und Erfolge“ sollen die stete inhaltliche Klammer für spitzenmäßige Verhandlungsfähigkeit sein, für besondere Führungsfähigkeit und herkulische Kraft. Inhaltlich kommt von Trump weiter nicht viel, aber das hat ihm im bisherigen Rennen auch nicht geschadet.

Beispiel. Trump: „Ich werde schon fertig mit Putin, denke ich.“ Warum, wie, weswegen? Egal. Weiter austeilen, nächster Punkt.

Denn was wäre nun, wenn einer der Herren oder Carly Fiorina Präsident wäre? Konkret, inhaltlich, programmatisch? Außenpolitisch, sicherheitstechnisch, in Sachen Gesundheitssystem, dem Klimawandel oder der Spaltung der Gesellschaft? Man weiß es nicht, und das ist für bald drei Stunden Debatte nicht sehr viel. Gewählt wird in 14 Monaten.

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