Kampf gegen „separatistische Terrororganisation“ : Türkei kündigt Militäreinsatz in kurdischen Regionen in Syrien an

Der türkische Präsident Erdogan spricht in Tunesien über die Nachkriegsordnung in Syrien.
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Erdogan will den 2016 begonnenen Militäreinsatz „Schutzschild Euphrat“ auf die Regionen Afrin und Manbidsch ausweiten.

shz.de von
09. Januar 2018, 12:45 Uhr

Istanbul | Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat einen Militäreinsatz in den kurdisch kontrollierten Regionen Afrin und Manbidsch in Syrien angekündigt. „Jetzt ist es soweit, das Projekt der separatistischen Terrororganisation, einen Syrien-Terrorkorridor zu errichten, vollkommen zunichte zu machen“, sagte Erdogan am Dienstag vor Mitgliedern seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP im Parlament in Ankara.

Mit „separatistischer Terrororganisation“ meint Erdogan die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, deren syrischer Ableger YPG die Regionen Afrin und Manbidsch kontrolliert.

Die Türkei werde den im August 2016 begonnen Militäreinsatz in Nordsyrien „Schutzschild Euphrat“ auf die Regionen Afrin und Manbidsch ausweiten „und danach Sicherheit und Ruhe entlang der gesamten Grenze bringen“, sagte Erdogan.

Mit dem Militäreinsatz „Schutzschild Euphrat“ war die Türkei 2016 mit von ihr unterstützten Rebellen in die nordsyrische Region um Dscharabulus einmarschiert. Ziel dieser Operation war, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von der türkischen Grenze zu verdrängen. Die Türkei kämpfte aber zugleich gegen die YPG und setzte sich damit zwischen die zwei kurdisch kontrollierten Gebiete um Afrin und Manbidsch.

Der türkische Präsident hatte in der Vergangenheit immer wieder mit einem Einsatz in den kurdisch kontrollierten Regionen in Syrien gedroht.

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