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Taner Kilic : Türkei-Chef von Amnesty International verhaftet

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Die Regierung wirft Taner Kilic Verbindungen zur Gülen-Bewegung vor. Die Menschenrechtsorganisation spricht von Willkür.

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2017 | 08:44 Uhr

Der Vorsitzende von Amnesty International in der Türkei, Taner Kilic, ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation in Untersuchungshaft genommen worden. Der Haftbefehl gegen Kilic wurde demnach am Dienstagmorgen in seinem Haus in der Küstenstadt Izmir vollstreckt und mit Ermittlungen gegen mutmaßliche Mitglieder der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen begründet. Die türkische Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden Predigers für den Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres verantwortlich.

 

Kilic wurde den Angaben zufolge zusammen mit 22 Anwälten festgenommen. Zudem seien sein Haus und Büro durchsucht worden. Laut der Zeitung „Hürriyet“ wird den Festgenommenen die Nutzung der Messenger-App „ByLock“ vorgeworfen, die nach Darstellung der Regierung unter Gülen-Anhängern beliebt ist.

Die App soll für Vorbereitungen des Putschversuchs Mitte Juli 2016 verwendet worden sein, wie beispielsweise ntv.de berichtet. Angeblich sei der Mitteilungsdienst von Anhängern Gülens entwickelt worden. Die App erlaubt es, anonym zu kommunizieren - jedoch gelang es dem türkischen Geheimdienst MIT, die Server des Anbieters zu hacken.

„In Ermangelung glaubwürdiger und zulässiger Beweise für Verstrickungen in international anerkannte Verbrechen rufen wir die türkischen Behörden auf, Kilic und die 22 anderen Anwälte sofort freizulassen und alle Vorwürfe gegen sie fallenzulassen“, teilte Amnesty International mit. Generalsekretär Salil Shetty erklärte: „Die Tatsache, dass die türkische Säuberungskampagne nach dem Putsch nun auch den Vorsitzenden von Amnesty International in der Türkei in ihren Strudel gezogen hat, zeigt einmal mehr, wie weitreichend und willkürlich diese Kampagne geworden ist.“ Kilic verteidige seit Jahren „genau jene Freiheiten, welche die türkischen Behörden jetzt zertrampeln“.

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei sitzen inzwischen mehr als 50.000 Verdächtige wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung in Untersuchungshaft.

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