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Kommentar : Trumps und Putins Stelldichein: Sorge mehr als Begründet

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Ein geheimes Dinner, das Bände spricht. Normal ist das Verhalten des US-Präsidenten nicht, findet Kommentator Thomas Spang.

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 17:19 Uhr

Donald Trump kann seine Bewunderung für Wladimir Putin nicht in Grenzen halten. Erst wertet er den Führer einer Regionalmacht auf dem G20-Gipfel mit einem mehr als zweistündigen Treffen unter acht Augen zu einem Partner auf Augenhöhe auf. Dann lässt er seinen offiziellen Tischnachbarn sitzen und vertieft sich für eine weitere Stunde unter Vier-Augen in ein Privat-Gespräch. Außer dem persönlichen Übersetzer Putins weiß niemand, was die beiden Präsidenten zu bereden hatten.

Sein Verhältnis zu Russland bringt den US-Präsidenten immer wieder in Bedrängnis. US-Geheimdienste beschuldigen Moskau, hinter Attacken auf E-Mailkonten der Demokraten zu stehen. Dabei gestohlene Daten wurden im Juli 2016 von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht. Die amerikanischen Geheimdienste werfen dem Kreml vor, sich auf diese Weise in den Wahlkampf eingemischt zu haben.

Trump hielt es nicht einmal für nötig, die Öffentlichkeit über die Privat-Konversation zu informieren. Die beäugt einen Präsidenten zunehmend misstrauisch, der größere Nähe zu Autokraten und Diktatoren pflegt als zu Amerikas Freunden.

Die Sorge über Trumps merkwürdiges Verhalten ist mehr als begründet. Zumal kürzlich herauskam, dass sich sein Stammhalter, Schwiegersohn und Wahlkampfmanager mit Emissären Moskaus trafen, die ihnen „Schmutz“ über Hillary Clinton in Aussicht gestellt hatten. Auch dieses konspirative Treffen gelangte nicht freiwillig an die Öffentlichkeit.

Die Geheimniskrämerei über das Privatissime beim G20-Gipfel verstärkt den Verdacht, dass Trump tatsächlich etwas zu verstecken hat. Normal ist das Verhalten jedenfalls nicht.

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