Washington : Trumps Tochter Ivanka wird Angestellte im Weißen Haus

Donald Trump wird wegen der Einbeziehung seiner Familie Vetternwirtschaft vorgeworfen.
Donald Trump wird wegen der Einbeziehung seiner Familie Vetternwirtschaft vorgeworfen.

US-Präsident Donald Trump räumt seiner Familie politische Macht ein. Jetzt erhält seine Tochter Ivanka den Posten „Assistant to the President“.

shz.de von
30. März 2017, 10:45 Uhr

Washington | Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, wird offiziell Angestellte im Weißen Haus. Das teilte sie am Mittwoch in einer Stellungnahme mit. Ein Gehalt werde sie für ihre Tätigkeit nicht bekommen. „Ich habe die Bedenken gehört, die einige mit meiner Beratertätigkeit für den Präsidenten in persönlicher Funktion haben, wobei ich freiwillig alle ethischen Regeln befolge. Stattdessen werde ich als unbezahlte Angestellte arbeiten nach all den Regeln, die für andere Bundesbediensteten gelten“, sagte die 35-Jährige. Ihr offizieller Titel lautet „Assistant to the President“.

Ivanka Trumps Rolle als Beraterin ihres Vaters ist ungewöhnlich. Dass Staats- oder Regierungschefs demokratisch nicht legitimierte Familienmitglieder ohne offizielles Amt in die Regierungsgeschäfte einbeziehen, ist in westlichen Demokratien nicht üblich. Kritiker werfen Trump unverhohlene Vetternwirtschaft und die Errichtung einer Familiendynastie vor.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Ivanka Trump eigene Büroräume im West-Flügel des Weißen Hauses bekommen soll. Das hatte vergangene Woche scharfe Kritik hervorgerufen. Sie hätte damit auch den Zugang zu Geheiminformationen erhalten, ohne den Mitarbeiterregeln unterworfen zu sein. Ihr Ehemann Jared Kushner arbeitet bereits als Trumps Berater im Weißen Haus. Ivanka Trump hatte ihren Vater bereits im Wahlkampf unterstützt - und sollte vor allem Wählerinnen ansprechen.

Viele bezeichnen die Tochter von Donald Trump und seiner Ex-Frau Ivana als die wahre First Lady. Ivanka gilt als engste Vertraute des künftigen Präsidenten.Ivanka Trump hat einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften. Mit ihrem Namen werden unter anderem Schmuck und Lifestyle-Produkte vermarktet. Sie geriet zuletzt in die Schlagzeilen, nachdem Donald Trump die Kaufhauskette Nordstrom angegriffen hatte, weil diese Ivankas Modekollektion aus dem Sortiment genommen hatte. „Meine Tochter Ivanka wurde von Nordstrom so unfair behandelt“, twitterte Trump am Mittwoch (Ortszeit). „Sie ist ein so wunderbarer Mensch - sie bringt mich immer dazu, die richtigen Dinge zu tun! Schrecklich!“

 

Ein Beispiel von Vetternwirtschaft in der Politik liefert unter anderem der Präsident von Aserbaidschan, Ilham Alijew. Der Machthaber hatte Ende Februar per Dekret seine Frau Mehriban als erste Vizepräsidentin eingesetzt. Laut Verfassung hat der Erste Vizepräsident die Aufgabe, den Staatschef zu vertreten, wenn dieser im Ausland weilt.

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