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Russland-Verbindungen : Trumps Schwiegersohn Jared Kushner im Visier des FBI

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Nun sind die Russland-Ermittlungen mitten im Weißen Haus angekommen - und sogar in Trumps Familie.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 07:32 Uhr

Washington | Die Spatzen pfiffen es schon längst von den Dächern der amerikanischen Hauptstadt. Nun bestätigten mehrere US-Medien unter Berufung auf Quellen beim FBI, dass Trumps rechte Hand im Weißen Haus tatsächlich ins Visier der Ermittler geraten ist. Diese glaubten, so der Fernsehsender NBC, „Kushner habe bedeutsame Informationen für die Untersuchung“. 

Die Ermittlungen in der Russland-Affäre erreichen mit Kushner nun nicht nur die höchsten Stellen im Weißen Haus, sondern den inneren Zirkel Trumps und dessen Familie selbst.

Das FBI interessiert sich vor allem für die Kontakte Kushners zum russischen Botschafter in Washington Sergej Kislyak, der in Verdacht steht, als Scharnier zwischen Moskau und dem Wahlkampfteam Trumps fungiert zu haben. Sowohl Kushner als auch Justizminister Jeff Sessions und der ehemalige Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn verschwiegen bei ihrer Sicherheitsüberprüfung durch die Regierung zunächst die Kontakte zu dem russischen Diplomaten.

Die Ermittler versuchen zu rekonstruieren, was es bei der Serie an Gesprächen mit Kislyak so Wichtiges zu besprechen gab. Besonderes Augenmerk richtet das FBI auf eine Begegnung Kushners und dem Botschafter im April 2016 im Mayflower-Hotel von Washington, an dem auch Sessions teilnahm.   

Als ungewöhnlich gilt auch das Treffen Kushners mit dem Chef der mit Sanktionen belegten Kreml-nahen Wneschekonombank, Sergej Gorkov. Fragen ranken sich zudem um Immobiliengeschäfte des Schwiegersohns Trumps, die mit russischem Geld finanziert sein könnten.

Das Justizministerium wollte die Medienberichte „weder bestätigen noch dementieren“. Kushner Anwalt Name Gorelick erklärte, sein Mandant habe in der Vergangenheit mit dem Kongress kooperiert. „Er wird dasselbe tun, falls er in Verbindung mit anderen Ermittlungen kontaktiert wird.“

Anders als Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn und Wahlkampfmanager Paul Manafort gilt Kushner bisher nicht als „Zielperson“ des FBI. Und noch hat ihm niemand eine strafbare Handlung vorgehalten. Analysten weisen darauf hin, dass sich Ermittlungen oft langsam voran hangeln. Im Zuge der gewonnenen Erkenntnisse änderte sich dann auch das Interesse.

Bereits Anfang April hatte Kushners Rivale, Chef-Stratege Steve Bannon, gegenüber Vertrauten laut New York Times die „Sorge“ geäußert, dessen Russland-Kontakte könnten eine „große Ablenkung“ für das Weiße Haus werden. Bannon war wegen der Entwicklungen in der Russland-Affäre vorzeitig von Trumps erster Auslandsreise zurückgekehrt.

Die „Washington Post“ hatte unmittelbar nach Abheben der Air Force One Richtung Saudi-Arabien am vergangenen Freitag exklusiv berichtet, das FBI ermittele nun gegen einen hohen Berater im Weißen Haus mit Zugang zu Trump.

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